Digital Business erreicht die Produktinsebene

Industrie 4.0 – was in der Extrusion schon möglich ist

Unter dem Schlagwort „Industrie 4.0“ zusammengefasste Technologien und Organisationssysteme verheißen die „intelligente“ Produktion. Einen deutlichen Schwerpunkt zum Thema will Reifenhäuser während der Kunststoffmesse in Düsseldorf setzen und zeigen, was im Umfeld der verschiedenen Extrusionsverfahren und Peripherietechnologien schon heute möglich ist.

Extrusion der Zukunft: Die Digital Business Platform soll den Weg zur „intelligenten“ Produktion ebnen. (Bild: Reifenhäuser)

Gesteigerte Produktivität und Effizienz – das sind die vordringlichen Ziele der Entwicklungen rund um Industrie 4.0. Auch wenn der Begriff schon lange die Runde macht – für viele Unternehmen klingt er immer noch nach Zukunftsmusik und bietet wenig konkrete „Packenden“. Es gibt sehr unterschiedliche Vorstellungen, wie Industrie 4.0 ganz praktisch umgesetzt werden kann und wie Unternehmen davon auch heute schon profitieren (können). An Industrie 4.0 komme niemand mehr vorbei, erklärte CEO Bernd Reifenhäuser anlässlich der K 2016 Preview in Düsseldorf: „Die intelligente Vernetzung und Digitalisierung der Prozesse und Produktion gerade auch in der Kunststoffindustrie ist eine große Herausforderung für unsere Kunden, ebenso wie für uns. Gleichzeitig bietet sie aber auch unglaubliche Chancen.“

Letztlich gehe es um die Weiterführung dessen, was für das Unternehmen Reifenhäuser schon seit über 35 Jahren ein großes Thema sei: die Automatisierung. Industrie 4.0 ermögliche signifikante Steigerungen der Produktivität und Effizienz und damit der Wirtschaftlichkeit. „Als größter Hersteller von Extrusionsanlagen haben wir uns deshalb mit unserem Team gut aufgestellt, um unseren Kunden die digitale Zukunft der Extrusion zu ermöglichen“, betonte Bernd Reifenhäuser. „Wir denken dabei innerhalb des Geschäftsmodells unserer Kunden und optimieren ihre Betriebsleistung.“

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Folienproduktion ist ein typisches Beispiel dafür, wie dank der Maßnahmen zur „intelligenten“ Produktion in einem hart umkämpften Markt Effizienz- und damit Kostenvorteile erzielt werden können. (Bild: Reifenhäuser)

Als Lösungsansatz, um ein innovatives Produktionsumfeld umzusetzen, habe die Unternehmensgruppe die Digital Business Platform entwickelt. Hierzu habe man das Know-how der gesamten Unternehmensgruppe zusammengeführt, beschäftige schon seit längerem Fachleute rund um die Digitalisierung und baue neue Kompetenzen in Bereichen wie Datenanalyse auf. Denn Big Data bedeute nicht nur große Datenmengen, sondern die Möglichkeit, die richtigen Schlüsse aus diesen Daten zu ziehen. So lassen sich an vielen Stellen die Prozesse innerhalb der Produktion deutlich optimieren.

Aus Daten werden Informationen
Weiterhin stehe der Mensch im Mittelpunkt: Mit dem neuen Operation Center werde ein zukunftsfähiges Interface zwischen Mitarbeiter und Anlage geboten. Die intuitive und kontextsensitive Gestaltung soll die Bedienung der Anlagen erleichtern. Das Ergebnis: eine schnellere Bedienung und weniger Fehler. Die höhere Benutzerfreundlichkeit führe zu einem Anstieg der Produktivität.

Daneben verwandelt das Reifenhäuser Performance Cockpit unzählige Zahlen und Daten in Informationen über die Abläufe innerhalb der Anlage. Damit lässt sich die Leistung einer Anlage einfacher analysieren – von den relevanten Kennzahlen für einen Schichtführer bis hin zur übersichtlichen Darstellung der Anlagenleistung für die Geschäftsführung. Für die Analysen in Echtzeit muss man nicht mal vor Ort sein, denn die Auswertungen lassen sich im Büro, zuhause oder auch auf Dienstreisen einsehen.

CEO Bernd Reifenhäuser sieht bei der Technologieentwicklung rund um Industrie 4.0 den Bediener im Mittelpunkt. (Bild: Reifenhäuser)

Die Sensorik einer Anlage liefert im Zusammenspiel mit modernen Algorithmen aber noch viel mehr: So könne das Diagnostic Center zum Beispiel Aufschluss über Komponenten geben, die bald gewechselt werden müssen. Produktionsausfallzeiten durch zu späten Wechsel von Verschleißteilen sollen damit der Vergangenheit angehören. Auch Fehler in der Anlage können so schnellstmöglich aufgespürt werden.

Die Beispiele zeigen, wie Industrie 4.0 schrittweise zur „intelligenten“ Produktion führen kann. Auch wenn es noch ein langer Weg sei, bis Anlagen sich bei einem Produktwechsel automatisch die relevanten Daten für Umrüstung und Produktionsoptimum aus der Cloud ziehen können, nachdem lediglich das gewünschte Produkt und der benötigte Rohstoff vom Bediener vorgegeben wurden. Den Rest – inklusive sämtlicher Produktionsparameter und Einstellungen – erledigt die Anlage von selbst.

Mit den neuen Reifenhäuser-Anwendungen sollen Anlagenbetreiber schon jetzt von den Ideen der Industrie 4.0 profitieren. Das bedeute maximale Maschinenleistung, weniger Ausschuss und optimierte Qualität. „Mit Industrie 4.0 können unsere Kunden ihr Business noch profitabler machen. Dafür erfinden auch wir uns selbst laufend neu“, erklärte Bernd Reifenhäuser während der K 2016 Preview in Düsseldorf.

Mit der Reifenhäuser Digital Business Platform besetze das Unternehmen alle relevanten Themenfelder zur Umsetzung der intelligenten Produktion und ermögliche den Kunden die Realisierung der Potenziale von 4.0. Eine Reihe von Produkten und Reifenhäusers Vision der „intelligenten“ Produktion soll auf der K 2016 zu sehen sein. Der neue Standard im digitalen Zeitalter.

K 2016, Halle 17, Stand C22

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