Biobasiert reinigen

Meinolf Droege,

Extruder per Granulat säubern

Im Technikum von IFG Asota in Linz laufen Versuche mit häufig wechselnden, auch biobasierten Faser-Rezepturen. Ein Reinigungsgranulat trägt zum reibungslosen Betrieb bei und verringert Materialverluste beim Anlaufen der Anlage.

Im Technikum von IFG Asota in Linz laufen Versuche mit häufig wechselnden, auch biobasierten Faser-Rezepturen. Das Reinigungsgranulat Dreyclean trägt zum reibungsarmen Betrieb bei und verringert Materialverluste beim Anlaufen der Anlage. © IFG Asota

IFG Asota im österreichischen Linz ist das Entwicklungszentrum der Industrial Fibres Group (IFG), ein nach Unternehmensangaben europaweit führender Hersteller schmelzgesponnener Stapelfasern aus PP, PE, PA. Bedingt durch die Vielzahl eigener und kundenseitiger Aufgabenstellungen bei der Entwicklung von Spezialitäten, zunehmend auch aus Biopolymeren wiePLA (Polylactid) und PBS (Polybutylensuccinat), sind auf der dort installierten, semiindustriellen Technikumsanlage Produktwechsel an der Tagesordnung. Gründliches Reinigen der beiden Extruder hält den dafür erforderlichen Zeit- und Materialaufwand gering und trägt außerdem maßgeblich zum hohen Qualitätsniveau der produzierten Fasern bei. Das Reinigungsgranulat Dreyclean LT von Dreychem ist hier im Einsatz.

Angesichts der Faserdurchmesser bis unter 20 Mikrometer können schon kleinste Verunreinigungen in der Schmelze Produktionsprobleme auslösen. Besondere wenn die Anlage auslastungsbedingt eine gewisse Zeit stillgestanden hat, reicht das Spülen mit dem üblichen Polymer nicht aus, um alle Ablagerungen und Agglomerationen sicher zu entfernen. Dies gilt umso mehr für Biopolymere, die bei höheren Temperaturen rasch zum thermischen Abbau neigen. Hier sei das Reinigungsgranulat von Dreychem so effizient, dass signifikant weniger durch Verunreinigungen bedingte Störungen wie Faserabrisse auftreten. Darüber hinaus reichen nach dessen Einsatz um bis zu 20 Kelvin geringere Verarbeitungstemperaturen im Extruder für die gleiche Durchsatzleistung. Dies verbessert die Qualität der biobasierten Fasern, und der Energieverbrauch sinkt.

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Als weiterer Vorteil wird der deutlich geringere Materialverlust gegenüber dem Spülen mit dem Originalmaterial genannt. Biobasierte Kunststoffe wie PLA sind deutlich teurer als herkömmliche, für das Schmelzspinnen eingesetzte Thermoplaste. Dies und die bei uns insgesamt geringen Laufzeiten pro Charge machen die Materialverluste, die bis zum Erreichen eines stabilen Prozesses anfallen, zu einem bedeutenden wirtschaftlichen Faktor. Mit Dreyclean sei diese Anlaufzeit mehr als halbiert worden.

Die International Fibres Group arbeitet global und bietet Fasern für eine Reihe von Branchen. Teil der Kernstrategie ist die Entwicklung eines branchenführendes Sortiments nachhaltiger Stapelfaserlösungen aus biobasierten Polymeren einschließlich PLA und PBS auf dem gleichen hohen Leistungsniveau wie herkömmliche Produkte aus Polypropylen, Polyamid und Polyethylen. IFG Asota arbeitet an der Entwicklung thermoplastischer Fasern mit unterschiedlichen Farben und Titern und verwendet dafür eine Vielzahl anwendungsspezifischer Additive, um die Leistung in Bereichen wie Filtration, als Faserverstärkung und Baugewerbe zu optimieren. Das daraus hervorgegangene Sortiment industriell kompostierbarer Stapelfasern aus PLA wird für Verpackungen, heißsiegelfähige Papiere, spezielle Geotextilien, als Erosionsschutz und für Filteranwendungen verwendet. Aktuelle Arbeiten beziehen sich unter anderem auf die Marktverfügbarkeit biologisch abbaubarer Fasern aus PBS.

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