Extrusion

Schicht im Blaskopf

Mehr Durchsatz und weniger Wartung bei Südpack. Erstmals hat das Unternehmen Südpack, Hersteller mehrschichtiger Verpackungsfolien Blasköpfe seiner Extrusionsanlagen beschichten lassen. Damit ist nach Unternehmensangaben der Ausbeute um drei Prozent gestiegen, die Wartungszeit deutlich verkürzt worden.

Die Aufarbeitung eines solchen Blaskopfes zur Folienextrusion und Beschichtung senkte die Reinigungszeiten und verlängerte die Wartungsintervalle bei Südpack. © Oerlikon Balzers

Die vor rund 15 Jahren auf den Markt gebrachte wiederverschließbare Folienverpackung für Lebensmittel ist eine der Entwicklungen des Unternehmens Südpack aus Ochsenhausen in Baden-Württemberg. Bereits seit den 1960er Jahren, kurz nach seiner Gründung, entwickelte das Unternehmen als eines der ersten Kunststoffverbunde, die einen kontrollierten Gasaustausch ermöglichen – und wurde so zum Spezialisten für Käsereifungsbeutel. Basis solcher Innovationen, die das Unternehmen zu einer der europäischen Top-Adresse für coextrudierte Hochbarrierefolien machten, sind immer weiter optimierte Verpackungstechnologien.

Aktuell wird ein breites Programm an Mehrschichtfolien mit bis zu neun Schichten mit verschiedenen Barrieren für die Lebensmittel-, aber auch beispielsweise für die Medizintechnik produziert. Die Blasköpfe haben typischerweise eine Lebensdauer von vielen Jahren, sie sind jedoch Verschleiß ausgesetzt. Die Wartung ist vergleichsweise aufwändig: Das Werkzeug ist auszubauen und auseinanderzunehmen, im Pyrolyseofen oder mechanisch zu reinigen, dann zu polieren und wieder zu montieren. Damit sind zwei Mitarbeiter sieben bis neun Tage beschäftigt. Um diesen Aufwand zu senken, schlug Oerlikon Balzers eine Beschichtung mit Balinit Croma Plus vor. Die mehrlagige, harte Chrom-Nickel-Schicht (CrN) schützt vor Abrieb und vor Kratzern, ihr Oxidlayer soll mit seinen keramikartigen Eigenschaften ein Anhaften der Kunststoffschmelze verhindern, deren Fließverhalten sich dadurch verbessert. Unterm Strich erhöhe sich so der Maschinenausstoß und Werkzeugstandzeit, dagegen sinken Wartungsaufwand und Maschinenstillstände. Gegen solche Vorteile musste Südpack den beträchtlichen Behandlungsaufwand abwägen. Denn der betagte Blaskopf, der für eine erste Beschichtung infrage kam, musste teils von Verchromungen befreit werden, war vollständig aufzuschweißen, zu polieren und zu reinigen. Nicht zuletzt sollte diese Arbeit zugunsten der Produktion relativ rasch erledigt sein. Dies versprach Oerlikon Balzers – und lieferte den Blaskopf innerhalb weniger Wochen fertig aufgearbeitet und beschichtet zurück.

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Die 2500 HV harte Schicht auf dem Wendelverteiler ist laut Unternehmen umweltfreundlicher als galvanisches Verchromen oder Vernickeln. © Oerlikon Balzers

Der Lohn des Ganzen: Mit dem erneuerten Blaskopf ließ sich die Ausbeute um drei Prozent steigern – das ist in diesem Geschäft sehr viel – und das Wartungsintervall um 80 Prozent verlängern. Die Reinigungszeiten halbierten sich, dadurch gingen auch Produktionsstillstände zurück. Nicht zuletzt biete die gewählte Beschichtung eine umweltfreundliche Alternative zum bisherigen galvanischen Verchromen oder Vernickeln des Blaskopfs. Dabei punktet die Schicht auch mit einer höheren Härte von 2500 HV gegenüber Hartchrom, und sie verlängert die Lebensdauer des Werkzeugs. Inzwischen wurden zwei Blasköpfe und zwei Extruderschnecken beschichtet. Die Beschichtung weiterer Werkzeuge sei in Planung.


Über Südpack
Gegründet 1964 von Alfred Remmele, nennt die heutige Südpack Verpackungsgruppe 35 Standorte weltweit und rund 1300 Mitarbeiter. Schwerpunkte sind coextrudierte Folien mit Kernkompetenz auch im Bedrucken. Anwendungsfelder sind hauptsächlich Lebensmittel-, aber auch Sterilgutverpackungen für die Medizin.

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