Recycling

Meinolf Droege,

Flexible Verpackungen nachhaltig produzieren

Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Treiber im Markt der flexiblen Verpackungen, aktuell vielleicht sogar der wichtigste. Anhand beispielhafter Produkte lässt sich zeigen, was inzwischen möglich und sinnvoll ist.

Auf der Blasfolienanlage lassen sich reine PE-Materialien für Standbeutelanwendungen mit Eigenschaften produzieren, wie sonst übliche PE-PET-Gemische. © W&H

Windmöller & Hölscher hat mit Partnern Beispielprodukte entwickelt, die vollständig recyclefähig sind oder Recyklate enthalten. Zu den Neuentwicklungen zählen Monomaterial-Laminate, Schrumpffolien mit Rezyklatanteilen und eine Hochbarrierefolie, die dank wasserlöslicher Zwischenlagen eine Trennung von unverträglichen Materialien ermöglicht. Gezeigt werden soll so, welche vielfältigen Möglichkeiten es zum Thema Sustainability gibt und wie diese im Gießfolien- und im Blasfolienverfahren effizient hergestellt werden können. Für die Entwicklung der Lösungen haben laut Unternehmen mehr als 20 Partner aus der gesamten Wertschöpfungskette zusammengearbeitet. Nachgelagerte Prozesse wie Bedruckung und Verarbeitung wurden im W&H-Technologiezentren getestet.

Für die Trendverpackung Standbodenbeutel wurden zwei recyclingfähige Varianten aus Mono-Material getestet, aus PE und PP. Mit der Varex II-Blasfolienanlage können Standbodenbeutel auf 100 Prozent PE-Material mit Hilfe des Moduls Machine-Direction-Orientation (MDO) hergestellt werden, die die gleichen Funktionen bieten soll wie herkömmliche Folien basierend auf einem Materialmix aus PET und PE. Die MDO-PE Folie mit 25 Mikrometer und die PE-Siegelfolie mit 110 Mikrometer lassen sich auf der gleichen Anlage produzieren. Der Randbeschnitt der MDO-PE-Folie wird regranuliert und in den Produktionsprozess der Siegelfolie integriert. Ein Standbodenbeutel aus reinem PP kann auf der Filmex II-Gießfolienanlage produziert werden: Der Laminataufbau besteht aus 20 Mikrometer BO-PP Folie und einer 60 Mikrometer Cast-PP Folie mit einer integrierten dünnen, recyclingfähigen Barrierebeschichtung.

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Die Gießfolienanlage kann beispielsweise Material für Standbodenbeutel aus reinem PP produzieren: 20 Mikrometer BO-PP Folie und 60 Mikrometer Cast-PP Folie mit einer integrierten dünnen, recyclingfähigen Barrierebeschichtung. © W&H

Recyclebare Hochbarrierefolie

Mit Einsatz dünner Schichten eines wasserlöslichen Barrierepolymers wird die Recyclingfähigkeit von Hochbarrierefolien angegangen. Die Blasfolienanlage biete die notwendige Qualität der Schmelzeverteilung für diese Verpackung, bei der das für die Sauerstoffbarriere übliche EVOH durch BVOH G-Polymer ersetzt wird. Nur mit der 11-Schicht-Technologie der Varex II seien die unterschiedlichen Anforderungen der verschiedenen Rohstoffklassen optimal zu erfüllen. Für den Recyclingprozess wird die Folie zerkleinert und in Wasser gewaschen. Dabei lösen sich die BVOH-Schichten und das reine PA sinkt an den Boden, während die PE-Flakes oben schwimmen. Diese Trennung ermöglicht das Recycling der sortenreinen Polymere.

W&H testete auch Verpackungslösungen, in denen Recyclingmaterialien eingesetzt wurden. Getränkeschrumpffolien mit 20 Prozent Post-Consumer-Recyclingmaterial produzierte der Maschinenbauer auf der Optimex II. Schrumpffolien mit 30 Prozent Post-Industrial-Recyclingmaterial wurden auf der Varex II hergestellt. Die Folien bieten laut Unternehmen die gleichen Schrumpfeigenschaften und mechanischen Eigenschaften wie herkömmliche Folie, die auf Neuware basiert.

Die Beispielprodukte sollen als Grundlage für intensive Diskussion mit Kunden dienen, zeigen, welche Ideen es gibt und mit welchen Technologien diese umgesetzt werden können.

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Kommentar

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