Spritzfügen/Jectbonding

Schweißen entfällt glatt

Beim Spritzfügen, einer Kombination aus Blasformen, Spritzgießen und Fügen, wird Schweißen entbehrlich.

Wenn bis dato Spritzguss- und Blasformteile für bestimmte Anwendungen separat in Einzelschritten gefertigt wurden, dann bietet die neue Methode eine Symbiose aus den einzelnen Vorgängen. Die nennt sich Spritzfügen und ist beim Automobilzulieferer Röchling in Mannheim schon in der Praxis zu finden. Hauptvorteile sollen gegenüber dem mehrstufigen Prozess die Vereinfachung, Abkürzung und die Fehlervermeidung sein: Das Schweißen als Fügemethode führe oft zu Ausschuss. Beim Spritzfügen kann man entsprechende Verluste zumindest minimieren. Je nach Bauteilgeometrie und Material könne man durch den wesentlich robusteren Prozess von einer deutlich verlässlicheren Kostenbasis ausgehen. Dabei sei dann ziemlich egal, ob das Spritzgießen und Fügen annähernd zeitgleich noch im selben Blaswerkzeug oder nach dem Blasen in einem zweiten Werkzeug erfolgt. In beiden Fällen wird synchron gespritzt und gefügt. Dies sei das Alleinstellungsmerkmal der beiden Varianten des Spritzfügens. Im internationalen Sprachgebrauch verwendet Röchling für diese Neuheit die Bezeichnung Jectbonding.

Die Spielart des Spritzfügens im separaten Werkzeug wird bereits für die Luftladerohre des Corsa und Vectra von Opel bei mehreren Motoren angewendet. Darüber hinaus wird dieser Prozess beim zukünftigen Vectra eingesetzt. Die zweite Variante, das Spritzfügen innerhalb des Blaswerkzeugs, kommt bei den Ladeluftrohren für die neuen Commonrailmotoren zum Serieneinsatz. Bei Röchling ist man jedenfalls davon überzeugt, dass weitere Projekte in absehbarer Zeit folgen werden. Vielleicht lässt sich von dort unter diesem Stichwort noch mehr erfahren.

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