Doppelschneckenextruder mit 36 D-Verfahrenseinheit

Fliegender Wechsel

Ein spezielles Dimensionswechselsystem senkt die Material- und Personalkosten bei der Rohrextrusion.
Doppelschneckenextruder KMD 90-36/R mit dem neuen Dimensionswechselsystem für die Fertigung von PVC-Rohren.

Über Quickswitch, dem Dimesionswechselsystem von Krauss-Maffei, haben wir in früheren KM-Ausgaben ausführlich berichtet. Kurz auch schon darüber, dass es sich mittlerweile bei zahlreichen Herstellern von Polyolefinrohren erfolgreich etabliert hat und seit kurzem auch für die flexible Produktion von PVC-Rohren eingesetzt werden kann. Erste PVC-Rohranlagen dieser Art wurden bereits in Betrieb genommen. Zeit also, darauf ein bisschen ausführlicher einzugehen.

Änderungen notwendig

An den Kernkomponenten des Wechselsystems waren einige Modifikationen für die PVC-Verarbeitung notwendig. Dabei wurde für den Rohrkopf ein völlig neues Konzept ausgearbeitet. In der PVC-Rohrextrusion mit Quickswitch wird ein Rohrkopf mit Stegdornhaltern eingesetzt. Dieser ist mit einem in Extrusionsrichtung verfahrbaren Dorn ausgestattet. Grundlegend modifiziert wurde auch die Kühlung im Einlaufbereich des Kalibrierkorbs, da sie speziellen Anforderungen in der PVC-Rohrproduktion unterliegt. Der Kalibrierkorb einer mit dem neuartigen Schnellwechsler ausgestatteten Extrusionslinie lässt sich über den kompletten Durchmesserbereich der Anlage stufenlos verstellen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Konventionelle Rohrextrusionsanlagen werden bei einem Dimensionswechsel angehalten, umgebaut und anschließend wieder angefahren. Dabei lässt sich kaum vermeiden, dass Ausschuss produziert wird.

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Bei der herkömmlichen PVC-Verarbeitung muss vor jedem Anlagenstillstand das Material aus der Verfahrenseinheit des Extruders und dem Rohrkopf mit Hilfe einer sogenannten Einfriermischung entfernt werden. Dadurch fallen bei jedem Dimensionswechsel zur Reinigung des Extruders zusätzliche Kosten an. Mit dem neuen System dagegen gehe der Dimensionswechsel innerhalb weniger Minuten und vor allem an der laufenden Anlage über die Bühne. Die Ausschussmenge und die damit verbundenen Kosten werden dadurch deutlich verringert. Gleichzeitig steigen die Auslastung und damit die Produktivität der Anlage.

Mehr Füllstoff ins PVC

Hinweisen sollten wir bei dieser Gelegenheit vielleicht noch auf die 36D-Doppelschneckenextruder aus dem Münchner Haus. Sie bewähren sich besonders gut bei der Verarbeitung von hochgefüllten Rezepturen. Denn mit hohen Füllstoffanteilen lassen sich schließlich bei der Fertigung von PVC-Rohren die Materialkosten deutlich senken. Die verfahrenstechnische Herausforderung bestehe dabei darin, auch bei hohen Füllgraden einen konstanten Prozess und damit eine gleichbleibend hohe Produktqualität zu garantieren. Bei Abwasserrohren aus PVC sind Anteile von bis zu 65 Teilen (ca. 40 Prozent) Kreide (CaCO3) erreichbar. Die hochgefüllten Rohre werden für den Transport von Abwasser im Durchmesserbereich von 50 bis 500 Millimeter verwendet.

Um das hochgefüllte Material optimal verarbeiten zu können, verfügt der Extruder über eine spezielle Materialzuführung sowie Verwiege- und Dosiereinheit. Aus dem Lagerbehälter wird das PVC-Compound mit Hilfe einer Spiralschnecke in den Vorratsbehälter der gravimetrischen Dosierstation gefördert. Aus der Dosierstation wird das Material dann über ein Rührwerk und einen speziellen Doppelschneckenförderer in das Stopfwerk über der Einlassöffnung des Extruders (im Bild gut zu erkennen) transportiert. Wir transportieren Ihre Wünsche nach weiteren Informationen an die richtige Adresse:

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