Pinolenwerkzeug für Verbundrohre

Made in China

Preiswerte Extrusionsanlagen für den Weltmarkt
Wird in China gefertigt: Extrusionsanlage für kleine technische Profile und Rohre. Das kleine Bild zeigt ein Pinolenwerkzeug für die Herstellung von Mehrschichtrohren.
Um rund 30 Prozent preisgünstiger können Extrusionsanlagen angeboten werden, die komplett in China gefertigt und montiert werden.

Als Ende Januar, Anfang Februar an drei russisch kalten Tagen in Moskau die diesjährige Interplastica über die Bühne ging, war die Battenfeld Extrusionstechnik mit maßgeschneiderten Extrusionsanlagen zur Herstellung von Rohren, Profilen und Tiefziehfolie dabei. Und mit einer kleinen Sensation: Speziell für die Herstellung kleiner, technischer Profile, wie IC-tubes oder Dekorprofilen für die Möbel- und Automobilindustrie sowie für die Kühl- und Klimatechnik bietet das Unternehmen jetzt die neue techbex- Linie an. Diese Standardanlage, die für den weltweiten Markt von Battenfeld komplett in China gefertigt und montiert wird, soll im Vergleich zu bekannten Standardlinien um rund 30 Prozent preiswerter und nach Angaben des Unternehmens gleichzeitig technisch auf einem hohen Niveau sein.

Komplette Konzepte

Russland habe sich für die Extrusionstechniker von Battenfeld zu einem der wichtigsten Exportmärkte entwickelt. Dem steigenden Bedarf nach einem leistungsfähigen Maschinenkonzept begegnet man nach eigener Darstellung mit Komplettanlagen, die von der Dosierung bis zum Halbzeughandling und der Gesamtanlagensteuerung Maschinenkomponenten enthalten, die perfekt aufeinander abgestimmt sind. Das gilt gleichfalls für die Anlagen zur Fertigung von Kunststoffrohren. Hier könne man verschiedene maßgeschneiderte Maschinenkonzepte anbieten. Marktführer sei man bei Großrohrlinien. Allein in den letzten drei Jahren verkaufte die Firma 20 Anlagen für die Herstellung von Polyolefinrohren mit einem Durchmesser von über 800 Millimeter.

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Für den Wachstumsmarkt Aluminium-Kunststoff-Verbundrohre, wie sie in der Heizungs- und Sanitärbranche durch die Eigenschaftskombination aus einfacher Verlegbarkeit und Formstabilität des Metalls sowie Korrosionsfreiheit des Kunststoffs ständig Marktanteile hinzugewinnen, hätte man ebenfalls ausgereifte Anlagenkonzepte im Angebot. Gemeinsam mit der Templet Deutschland, Seligenstadt, konzipierte Battenfeld eine Komplettanlage zur Herstellung von Aluminiumverbundrohren mit einer Rekordgeschwindigkeit von 50 m/min.
Gezeigt wurde in Moskau darüber hinaus eine Extrusionslinie zur Herstellung der eingangs erwähnten Tiefziehfolien mit einem besonders schnelllaufenden Extruder, der mit niedrigerem Energieverbrauch und einer Ausstoßleistung von bis zu 1600 kg/h aufwarten kann.

Mehrschicht-Werkzeug

Kunststoffrohre sollen nicht nur rund und korrosionsfrei sein. Sie sollen auch speziellen mechanischen, optischen oder thermischen Eigenschaften genügen. Außerdem sollen sie beispielsweise eine akustische Dämmung oder auch Sauerstoffbarriere aufweisen. Verwirklichen lassen sich solche Sonderwünsche an Kunststoffrohre eigentlich nur mit Hilfe von Mehrschichtprodukten, in denen spezifische Materialien eingesetzt werden, um diese Ansprüche an die Funktionalität zu erfüllen. Aber gerade diese Rohstoffe sind häufig sehr empfindlich gegenüber thermischer und mechanischer Belastung und zeichnen sich besonders durch differierende Prozessparameter im Vergleich zu den Basismaterialien aus. Herkömmliche Werkzeugkonzepte wie Wendel- oder Spiralverteiler würden diesen Anforderungen nicht oder doch nur unzulänglich gerecht werden.

Battenfeld hat nun mit Hilfe der 3D-Strömungssimulation ein Pinolenwerkzeug entwickelt, das bei nicht zentrischer Anspritzung der Schmelze eine schnelle Weiterverteilung in eine Kreisringgeometrie ermöglicht. Um im Werkzeug eine symmetrische Druckverteilung zu erzielen, wurde die Geometrie als Doppelpinole mit vorgeschalteter Kleiderbügelverteilung ausgeführt. So heben sich die resultierenden mechanischen Kräfte zum großen Teil gegenseitig auf und sorgen für eine Selbstzentrierung der Dornstange. Die gewählte Konstruktion erlaube den modularen Aufbau aufeinander folgender Verteilereinheiten und damit die thermische Trennung der jeweiligen Schmelzeschichten. Um zusätzlich die Homogenität der Schmelze zu optimieren, ist dem Pinolenverteiler eine Siebplatte nachgeschaltet, die ebenfalls mit Hilfe der Strömungssimulation geometrisch ideal ausgelegt wurde.

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