Reifenhäuser

Annina Schopen,

PAM steuert automatisiert Coextrusionsadapter und Düsen

Reifenhäuser hat auf der K 2022 weltweit erstmals seine neue Automatisierungsoption PAM für Coextrusionsadapter und Breitschlitzwerkzeuge (Düsen) in der Flachfolien- und Plattenfertigung sowie zur Extrusionsbeschichtung vorgestellt.

Der PAM Coextrusionsadapter automatisiert die Einstellung der Schichtverteilung und vereinfacht Anpassungen und Optimierungen durch eine integrierte Rezeptverwaltung. © Reifenhäuser

Durch den hohen Automatisierungsgrad soll dem Maschinenbediener die Arbeit erleichtert und damit die Produktivität der Anlage und die Folienqualität erhöht werden. Außerdem sinkt der Energieverbrauch, da motorisierte Schrauber die herkömmlichen Wärmedehnbolzen ersetzen.

Beim Anfahren der Extrusionsanlage oder bei Produktwechseln sind bisher viele einzelne Handgriffe nötig, bis Coextrusionsadapter und Düse richtig eingestellt sind. Hersteller verlieren dadurch Zeit und Geld. Deshalb hat Reifenhäuser jetzt eine Automatisierungsoption entwickelt, die Anlagenbedienern diese Arbeit abnimmt: PAM (präzise, autonom, mechatronisch).

Mit der PAM-Option lassen sich Coextrusionsadapter und Düse automatisiert und mechatronisch verstellen – gesteuert über das Bedienpanel der Anlage. Das sei deutlich schneller als eine konventionelle Steuerung per Hand oder Dehnbolzenautomatik, und ermögliche einen schnelleren Start der Gutproduktion, höheren Output und eine verbesserte Gesamtanlageneffizienz (OEE), so das Unternehmen. Ausschuss und Materialeinsatz werden reduziert. Einmal eingestellte Rezepturen können zudem gespeichert und zu jeder Zeit wieder abgerufen werden. Sie lassen sich somit exakt reproduzieren – auch von unerfahrenen Anlagenbedienern.

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Die gespeicherten Einstellungsparameter erleichtern außerdem die Rückverfolgung einzelner Produkte und bieten einen Nachweis gegenüber Abnehmern. Ein weiterer Vorteil der kontaktlosen Kalibrierung mit PAM sei, dass der Anlagenbediener nicht mehr an den heißen Komponenten arbeiten müsse, was die Arbeitssicherheit erhöhe und Schäden an der Maschine vermeide. PAM ist optional für neue Reifenhäuser-Coextrusionsadapter des Typs Pro sowie für verschiedene Düsen erhältlich, lässt sich aber auch bei Bestandsanlagen herstellerunabhängig nachrüsten.

Mit zwei motorisierten Schraubern kombiniert die PAM Düse Energieeffizienz mit geringer Aufbau- und Bedien-Komplexität der Steuerung und Regelung. © Reifenhäuser

PAM für Coextrusionsadapter

Der Coextrusionsadaptor Pro ist laut Herstellerangaben das einzige Coextrusionssystem auf dem Markt, dass die Profilierung der einzelnen Schichten bei laufender Anlage ermöglicht. Dafür müssen im Adapter befindliche Elemente nicht zeitaufwändig ausgebaut, bearbeitet und wieder eingebaut werden. Stattdessen lassen sich Profiler flexibel während des Betriebs einzeln oder gemeinsam über eine Zentralverstellung steuern.

„Die PAM-Option geht noch einen Schritt weiter“, erklärt Hanna Dornebusch, Anwendungstechnikerin bei Reifenhäuser Cast Sheet Coating. „PAM automatisiert die Einstellung der Schichtverteilung und vereinfacht Anpassungen und Optimierungen durch eine integrierte Rezeptverwaltung. Das lohnt sich vor allem für Hersteller von Folien mit vielen Schichten und vielen Produktwechseln.“

Während bei einfachen 3-Schicht-Verbunden der Coextrusionsadapter mit ein paar Handgriffen eingestellt ist, müssen bei zum Beispiel Barriereverbunden mit 11 Schichten bis zu 70 Profiler justiert werden. Im Vergleich zur manuellen Einstellung durch einen Maschinenbediener spart die Automatisierung – abhängig von der Anzahl der umzustellenden Profiler – zirka eine halbe Stunde Umstellzeit.

PAM für Düsen

Die PAM-Option eignet sich für Düsen in der Flachfolien- und Plattenfertigung sowie zur Extrusionsbeschichtung. Das System ermöglicht die autonome und mechatronische Einstellung und Regelung der Flexlippe über die Anlagensteuerung. Je nach Düsenausführung ist zusätzlich eine autonome Verstellung des Staubalkens, der Breitenverstellung und der Lippenöffnung über die Verstellung der unteren Düsenlippe möglich.

„Mit der PAM-Option bieten wir unseren Kunden jetzt eine hoch-komfortable Lösung mit schnellem Return on Invest“, erklärt Tim Bänsch, Produktmanager Düsen bei Reifenhäuser Extrusion Systems. „Im Vergleich zu Düsen, die mit Wärmedehnbolzen umgestellt werden, verringern sich Umstellzeit und Energieverbrauch deutlich.“

So verläuft beispielsweise ein Breitenwechsel mit PAM bei einer Cast Anwendung mit interner Breitenverstellung 78 Prozent schneller als bei einem konventionellen System. Darüber hinaus spart PAM Energie, da keine Wärmedehnbolzen permanent mit Strom versorgt werden müssen. So bringt der Wechsel von thermischen Dehnbolzen auf PAM bei einer 3.000 mm breiten Düse eine Einsparung von etwa 130.500 Kilowattstunden pro Jahr.

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