Recycelbare Full-PO-Folien

Meinolf Droege,

Direkt siegelbare Barrierefolien

Speziell wenn es um die Umweltfreundlichkeit von Verpackungen geht, kann der Einsatz einer Monomaterial-Verbundfolie eine Lösung sein. Die Produktion solcher Full-PO genannten Folien stellen die Verarbeiter jedoch vor Herausforderungen: Sie müssen ihre Anlagenausrüstung anpassen und erweitern und alle Anforderungen der Lebensmittelbranche erfüllen.

Als umweltfreundlich geltende Full-PO-Folien sind ohne weitere Schritte direkt siegelfähig und verarbeitbar. © Kuhne

Die schon aus anderen Anwendungen bekannte Triple-Bubble-Technologie bietet Kuhne auch für die Herstellung gleichmäßig verstreckter und direkt siegelfähiger Monomaterial-Verbundfolien an. Die Erfahrungen über viele Jahre aus verschiedenen Anwendungen wurden nun auf fünfschichtige Full-Polyolefin-Folienverbunde übertragen. Damit bestehe eine Alternative zu Blasfolienanlagen mit MDO-Reckwerk, die mehrere Vorteile biete.

Durchgeführt hat Kuhne Anlagenbau die Weiterentwicklungen im hauseigenen Technikum, das über eine 13-Schicht-Triple-Bubble-Blasfolienanlage mit einem Durchsatz von etwa 250 bis 300 Kilogramm pro Stunde für eine maximale, flachgelegte Folienbreite von 900 Millimeter verfügt. Bei den Tests wurden die Maschinentechnologie zur Herstellung der Fünf-Schicht-Verbunde optimiert und Rezepturen erprobt. Ergebnis ist laut Unternehmen eine gleichmäßig verstreckte Folie, wahlweise als Full-PE- oder Full-PP-Barriere Verbund-Folie. Hauptvorteile dieser Folienverbunde sind ihre Siegelfähigkeit und ihre abfallfreie und damit effizientere und umweltfreundliche Produktion.

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Ohne Barrierefunktion kommen heutzutage wenige Verpackungslösungen aus, besondere, wenn es um die Verpackung von Lebensmitteln oder Tiernahrung geht. Der Begriff Monomaterial-Verbund sei jedoch etwas irreführend, da in allen handelsüblichen Full-PO-Folien bis zu fünf Prozent Fremdmaterial enthalten sind, um die gewünschten Barriereeigenschaften zu realisieren. Im Detail sieht die Kuhne-Lösung so aus: Die Siegelschicht besteht aus handelsüblichen Siegelmaterialien wie Metallocen-PE oder Plastomeren, die innenliegende EVOH-Barriereschicht ist von zwei PE-basierenden Haftvermittlerschichten eingeschlossen und für die Außenschicht kommt eine HDPE-Mischung zum Einsatz. Mit der gleichen Anlagenkonfiguration lasse sich ohne Umbau auch eine Mono-PP-Folie herstellen.

Ebenso flexibel so Kuhne, sei die Technologie in Bezug auf die Foliendicke, die zwischen 15 und 150 Mikrometer variieren kann sowie in Bezug auf die Folieneingeschaften. Je nachdem, ob die Folien beispielweise für Stand-up-Pouches, Kaffee- und Snackverpackungen genutzt werden sollen, können diese nicht schrumpfend oder beispielsweise für Deckelfolien auch schrumpfend ausgeführt sein. Für Unterfolien von Lebensmittelverpackungen können die Folien auch tiefziehfähig und für Form-Shrink-Anwendungen sogar tiefziehbar und schrumpfend ausgeführt sein.

Da die Folien durch die Technologie der drei Blasen – in der ersten wird der Folienschlauch schockartig mit Wasser abgekühlt, um ideale amorphe Eigenschaften zu erzielen, in der zweiten folgt die simultane biaxiale Verstreckung und in der dritten die Thermofixierung – hergestellt werden, haben sie über den gesamten Umfang die gleiche Dicke und die gleichen Eigenschaften, so dass weder ein Neck-in- noch ein Randbeschnitt entsteht. Eine ökologische Lösung. Auch das Wegfallen des üblicherweise nötigen Schritts, eine MDO-Folie mit einer Siegelschicht zu laminieren, entfällt. Die Folien sind direkt siegelfähig und weiterverarbeitbar.

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