Factoring im Mittelstand

Factoring deutlich vereinfacht

Modell zur Liquiditätsverbesserung auch im Mittelstand
Trotz – oder gerade aufgrund der gut laufenden Konjunktur mit den daraus erwachsenden Investitionsbemühungen – kämpft die Kunststoffbranche vielfach mit Liquiditätsengpässen, Factoring kann hier Lücken schließen.

Die nötigen Umstellungen haben bislang vor allem die Mittelständler davon abgehalten. Doch vereinfachen nun die Möglichkeiten des Internets Beantragung, Prüfung und Abwicklung des Rechnungsverkaufs. Finanzierungszusagen sind oft schon binnen 48 Stunden möglich.

Trotz der wirtschaftlich günstigen Gesamtsituation sehen sich viele Unternehmen mit knappen Kassen konfrontiert. Wo auf der einen Seite stetig steigende Rohstoff- und Energiekosten die Gewinne verhageln, kämpfen die Firmen zudem mit einer angespannten Liquidität. Verantwortlich dafür sind einerseits knausrige Banken – die Kreditvergabe erfolgt aufgrund der Basel-Regelwerke eher schleppend. Doch ebenso unerfreulich wirkt sich der Hang vieler Kunden zum Lieferantenkredit aus. Zahlungsziele von acht Wochen oder mehr lassen sich bei größeren Außenständen oftmals nur schwer verkraften. Es ist also kein Wunder, dass sich viele Verantwortliche über alternative Finanzierungsmöglichkeiten Gedanken machen. Große Potenziale birgt in dieser Situation Factoring, also der Verkauf offener Rechnungen an einen Dienstleister.

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Schon ab 100.000 Euro Jahresumsatz

Doch sind kleinere Unternehmen noch immer unterrepräsentiert, wenn es um die Nutzung von Factoring geht. Verantwortlich dafür waren bislang relativ hohe Hürden seitens der Anbieter – unter 500.000 Euro Jahresumsatz gab es nur wenige attraktive Angebote. Außerdem schreckten viele Firmen zurück, weil sie hohe Kosten aufgrund aufwändiger Prozesse fürchteten. Vor allem neue Technologien haben diese Situation jedoch geändert. Die Factoringbranche nutzt vermehrt die Möglichkeiten des Internet. So lassen sich alle Schritte vom ersten kurzen Eignungs-Check über die Bonitätsprüfung sowie die Übermittlung der Rechnungen SSL-verschlüsselt komplett online abwickeln. Wichtig: Zunächst prüfen Firmen anonym, ob Factoring überhaupt für sie in Frage kommt. Abgefragt werden dabei Angaben wie Jahresumsatz, Kundenzahl und Höhe der Betriebsrendite. Erst wenn die Ampel auf Grün steht und das Unternehmen diese Finanzierungsform nutzen will, sind exakte Angaben zu Umsätzen, Umsatzerwartungen, Außenständen oder Forderungsausfällen erforderlich.

Schnelle Abwicklung

Auch das Beantragen eines Zugangs lässt sich online abwickeln, wie es beispielsweise der Kölner Factoringdienstleister abcfinance für den Rechnungsverkauf realisiert. Dank Internet lassen sich alle nötigen Schritte schnell und ohne weitere Anforderungen absolvieren. Dabei ist laut Anbieter keine Vorab-Prüfung nötig, Unternehmen können unmittelbar mit konkreten Rechnungen operieren. Parallel müssen die nötigen Dokumente wie Jahresabschlüsse, Betriebswirtschaftliche Auswertungen und AGBs per Upload oder per Post übermittelt werden. Auf deren Grundlage erfolgt die Prüfung der Anfrage und es ergeht eine Finanzierungsentscheidung in der Regel binnen 48 Stunden, wie verlautet. Neben der Beantragung wurden auch die weiteren Abläufe stark vereinfacht. Rechnungen lassen sich per Fax oder als PDF übermitteln und die gesamte Bearbeitung läuft automatisiert ab. Interessant sei das neue Portal auch für kleinere Unternehmen, da ein Jahresumsatz ab 100.000 Euro genüge, um Liquidität gegen offene Rechnungen zu erhalten.

Individuell nutzbar

Fast bei allen Factoring-Anbietern kann das Unternehmen frei entscheiden, welche Rechnungen es verkaufen will – zumal eine unterschiedliche Behandlung der Debitoren sinnvoll ist. So lassen sich schnelle Zahler weiter in Eigenregie bearbeiten und damit Kosten sparen. Ein grundsätzliches Plus bei Factoring: Kunden profitieren von der Auslagerung des Mahn- und Inkassowesens, eigene Kapazitäten lassen sich anderweitig nutzen. Dabei kann das Unternehmen auch bei der Ausgestaltung des Mahnwesens mitreden. Heikle, aber wichtige Kunden lassen sich beispielsweise von der Mahnvorschlagsliste streichen und zunächst firmenintern „betreuen“. Die Kosten hängen von der individuellen Ausgestaltung der Partnerschaft zum Dienstleister ab. Je mehr Aufgaben dieser übernimmt, desto höhere Gebühren fallen an. Mit höheren Kosten müssen auch solche Firmen rechnen, deren Kundschaft als riskant gilt. In günstigen Fällen lassen sich die Factoringkosten durch Einsparungen und Skonti ausgleichen. Ist eine Rechnung verkauft, werden üblicherweise 80 Prozent der angekauften Forderung sofort ausgezahlt, die restlichen 20 Prozent folgen, sobald der Debitor den fälligen Betrag überwiesen hat. Gutgeschriebene Beträge können die Firmen nach Wahl selbst abrufen oder überweisen lassen.

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