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Formen, Schäumen, FVKDämmstoff-Platten thermisch verschweißen

Formen, Schäumen, FVK: Dämmstoff-Platten thermisch verschweißen

Grundlegender Charakteristik der Thermobonding-Technologie ist das Verbinden bzw. Verkleben zweier Platten-Oberflächen ohne zusätzliches Bindemittel. Allein durch Erhitzung werden der Form- und Kraftschluss erzielt. Das spart nicht nur Kosten für Klebstoffe - auch das spätere Recycling wird erheblich vereinfacht, da das verklebte Endprodukt sortenrein bleiben.

Platten aus expandiertem Polystyrol (XPS-Platten) können technologiebedingt nur bis 200 Millimeter Dicke aufgeschäumt bzw. gefertigt werden. Mit zunehmender Dicke des Endprodukts sinkt die innere Homogenität, die Isolationswirkung wird heterogen und deutlich vermindert. Folglich muss bei höherem Isolationsbedarf, sprich für dickere Dämmstoff-Platten, aufgedoppelt werden. Beim Thermobonding werden nun zwei oder mehrere Platten für ein bis zu 400 Millimeter starkes Endprodukt miteinander verbunden - klebstofffrei und ohne extra Fertigungsschritt für den Kleberauftrag.

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Für das thermische Verschweißen von Dämmstoff-Platten hat das Unternehmen Robert Bürkle nach eigenen Angaben nun zwei weitere Systeme verkauft. Damit seien weltweit sieben Anlagen dieser Art bei Herstellern und Verarbeitern von Dämmstoffen installiert. Fünf der bereits installierten Aggregate sind Teil automatischer Fertigungslinien einschließlich Plattenzufuhr, Bearbeitung und Bundstapelung. Auch die jetzt aufgebaute, sechste Anlage steht in einer kompletten Maschinenstraße und veredelt EPS-Dämmstoffplatten durch Thermobonding.

Platten aus expandiertem Polystyrol (EPS) kommen überwiegend an Fassaden unter Putz zur Wärmedämmung von Gebäuden zum Einsatz. Die durch Grafitzumischung grauen Platten können sich im Sonnenlicht durch ihren hohen Absorptionsgrad beim Verlegen stark erwärmen. Materialspannungen sind die negative Folge. Mit dem Thermobonding-Verfahren wird nunmehr eine helle - also reflektierende - EPS-Schicht auf die Basisplatte aufgebracht und innere Spannungen mit den Folgen Materialermüdung, Verziehen oder gar Lösen von der Fassade seien kein Thema mehr.

Eine weitere Thermobonding-Station arbeitet "stand alone", auf ihr will ein Unternehmen Prozessparameter für verschiedene XPS-Materialien ermitteln. Auch die XPS-Musterplatten für baubehördliche Zulassungen sollen auf dem System hergestellt werden. Später kann die Labormaschine direkt in eine automatische Linie zur Herstellung von dicken XPS-Platten übernommen werden.

Drei oder vier miteinander thermisch verschweißte XPS-Platten isolieren deutlich besser als eine einzeln aufgeschäumte Platte gleicher Gesamtdicke. Zu den verbesserten Produkteigenschaften kommen betriebswirtschaftliche Vorteile - beispielsweise durch Klebstoffeinsparungen, die den Angaben zufolge bei XPS mit über 1 Million. Euro pro Jahr bei einem Hersteller zu Buche schlagen können. Damit spricht einiges für den Einsatz von Thermobonding-Systemen in der EPS- und XPS-Dämmstoff-Plattenfertigung.

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