BF 70

Thermoformen mit Hinterschnitt

Im August 2008 berichtete diese Zeitschrift über das Unternehmen Volpini in Österreich, das erstmals plastische Konturen im Thermoformen auf einer Maschine von Illig realisierte. Während der Interpack stellte der Maschinenhersteller nun weitere Möglichkeiten vor.

Als Fußball aufgemachte bauchiger Becher und Joghurtbecher mit trapezförmigem Standfuß sind nur zwei der neuen Verpackungslösungen mit ausgeprägt hinterschnittenen Konturen. Bislang dem Spritzgießen und Blasformen vorbehalten, entstehen mit dem Hinterschnitt-Thermoformen beispielsweise markant designte Becher für Marmelade, Brotaufstrich, Pudding oder Fruchtjoghurt bis hin zu Flaschen für Säfte, isotonische Getränke oder Trinkjoghurt. Zum Einsatz kommt hierfür die Form- und Stanzmaschine vom Typ BF 70. Sie baut im Konzept auf bereits bewährte Becherform- und Molkereimaschinen auf und eigne sich für die direkte Verkettung mit Füll- und Schließmaschinen.

Optisch unterscheiden sich die mit der Hinterschnitt-Technik thermogeformte Produkte, so der Maschinenbauer, nicht von spritzgegossenen oder blasgeformten Verpackungen. Der gravierende Unterschied betreffe das Formteilgewicht: Die thermogeformten Verpackungen wiegen demnach – je nach Anwendung – bis zu 40 Prozent weniger als die im Wettbewerbsverfahren hergestellten. Trotz Gewichtseinsparung werde die für die jeweilige Anwendung geforderte Steifigkeit und Stabilität (Top Load) der Verpackung beim Thermoformen durch reproduzierbar beherrschte Prozessführung zuverlässig eingehalten.

Anzeige

Die Maschine arbeitet von der Rolle. Wie beim Thermoformen Standard, wird die auf Umformtemperatur erwärmte Folie in der Formstation tiefgezogen, anschließend werden die Formteile in der Stanzstation mit Bandstahlschnitten aus dem Formband getrennt. Um Formteile mit Hinterschnitt im Ziehverfahren herzustellen, kommt in der Formstation allerdings ein geteiltes Werkzeugunterteil mit beweglichen Segmenten zum Einsatz. Gleichzeitig sei der Formungsablauf so gestaltet, dass auch bei kleiner Ausgangsfläche eine große Ziehtiefe mit gleichmäßiger Wanddickenverteilung erreicht werde. Dazu werden nur die für die Formteile relevanten Bereiche der Folie mit formatabhängigen Kontaktheizplatten erwärmt, stufenweise über mehrere Takte hinweg. Die unbeheizten Stege zwischen den Formteilen minimieren den Schrumpf des Packungsbandes in Längs- und Querrichtung. Die Werkzeugbeweglichkeit erlaubt eine Reihenanordnung der Behälter, in der Regel zweireihig, quer zur Durchlaufrichtung der Maschine.

Die Maschine ist komplett aus Edelstahl gefertigt, um sie direkt in eine verkettete Füll- und Schließanlage einzubinden. Dazu ist die Taktzahl auf die FS-Linien abgestimmt; das Formen der Ziehteile mit steriler Luft ist möglich. Mit einer in die Füll- und Verschließanlage integrierten Maschine sollen sich im Vergleich zu zugelieferten Verpackungen – zusätzlich zur Materialkostenersparnis – die sonst stets anfallenden, erheblichen Transport- und Handlingkosten einsparen lassen. Kurze Rüstzeiten beim Produktwechsel fördern die Wirtschaftlichkeit zusätzlich – kombiniert mit markantem Verpackungsdesign für die nachhaltige Produktpräsentation.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Verpackungstechnik

Führungswechsel Marbach Werkzeugbau

Der Marbach Werkzeugbau, Hersteller von Thermoform- und Stanzwerkzeugen für die Kunststoffindustrie, hat seit 1.1.2017 einen neuen Geschäftsführer. Klaus Schwally (47) übernimmt die Aufgabe von Hans Masche, der Ende Februar 2017 in den Ruhestand...

mehr...

Newsletter bestellen

Immer auf dem Laufenden mit dem Kunststoff Magazin Newsletter

Aktuelle Unternehmensnachrichten, Produktnews und Innovationen kostenfrei in Ihrer Mailbox.

AGB und Datenschutz gelesen und bestätigt.
Zur Startseite