Energiekosten halbieren beim Streckblasen

Mineralbrunnen Teinach setzt auf Anlagen-Upgrade

Die Energiepreise gehören neben den Materialaufwendungen zu den großen Kostentreibern in der Produktion. Die Mineralbrunnen Teinach GmbH hat deshalb ihrer Abfülllinie für PET-Flaschen modernisieren lassen. Vor allem dank Optimierung der Heizkästen in der Streckblasmaschine sei die Energieeffizienz deutlich gesteigert worden.

Neue Reflektoren aus Keramik und eine präzise eingestellte Geometrie der Heizkästen sollen den Energiebedarf drastisch senken. (Bild: KHS)

Alkoholfreie Getränke der Marken Teinacher und Hirschquelle sind die wichtigsten Produkte für das Unternehmen aus dem Nordschwarzwald, das zur Mineralbrunnen Überkingen-Teinach zählt. An seinem Standort in Bad Teinach erzielt der Mineralbrunnen nach eigenen Angaben einen Ausstoß von rund 150 Millionen Flaschen Wasser und Limonaden pro Jahr, davon ein Drittel in PET-Flaschen.

Das Erwärmen der PET-Preforms ist ein energieintensiver Vorgang und somit ein starker Faktor in den Betriebskosten bei der Herstellung von PET-Flaschen. Die Anlagen kontinuierlich auf ihre Energieeffizienz zu überprüfen, ist ein Hauptanliegen von Michael Schanz, Betriebsleiter Technik bei der Mineralbrunnen Teinach. Er analysierte gemeinsam mit den Technikern seines Unternehmens Einsparmöglichkeiten bei den hier eingesetzten Anlages des Typs Innopet Blomax Serie III. Bereits seit 2007 ist die Streckblasmaschine im Einsatz. „In den vergangenen neun Jahren hat die Maschine wunderbar ihren Dienst geleistet. KHS hat uns dann aufgezeigt, dass wir mit vergleichsweise wenig Aufwand die Effizienz steigern können“, erklärt Michael Schanz. Nach maximal zwei Tagen wäre die Maschine wieder einsatzbereit und eine Einsparung von bis zu 50 Prozent der Energiekosten sei möglich. „Nach Festlegung der Details dauerte es nur wenige Wochen bis zum Umbau.“

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Heizkastengeometrie mit Keramikreflektoren

Hauptbestandteil der Maßnahme war der Umbau des Heizkastens der Blomax-Anlage, in dem die PET-Preforms für das nachfolgende Streckblasen erwärmt werden. Konkret ergab sich für die Mineralbrunnen Teinach durch Umbau des Heizkastens eine Energieeinsparung von mehr als 40 Prozent. Das erreicht KHS durch neue Reflektoren aus Keramik und eine präzise angepasste Geometrie in den Heizkästen. Die physikalischen Eigenschaften der Keramikelemente verbessern mit ihrer speziellen Konstruktion die Energieverteilung, sodass der Energieverbrauch insgesamt sinke. Reflektoren und Infrarotstrahler seien zudem so aufgebaut, dass der sensible Gewindebereich der Flasche nicht unnötig erwärmt wird. Die Kühlung dieses Bereichs könne reduziert werden, wodurch in Teinach zusätzlich Energie gespart wird. Dank höherer Effizienz sei es oft Gemeinsam mit den Technikern des Mineralbrunnen möglich, die Heizstrecke zu verkürzen. Sind im Ofen weniger Heizelemente notwendig, sinkt in der Folge auch der Energieverbrauch durch Infrarotstrahler.

Die Umrüstung der Heizkästen bewerkstelligt KHS nach eigenen Angaben bei Blomax der Serie III in der Regel in maximal zwei Tagen. Die Prozesstechniker setzen direkt in der Anlaufphase die Fein- und Endabstimmung im laufenden Betrieb um, sodass die Produktionsunterbrechung kurz gehalten werde. „Wir sind ständig darum bemüht, Energie einzusparen, um Kosten zu senken und die Umwelt zu schonen“, erklärt Michael Schanz. Das belege sein Unternehmen auch außerhalb der Produktion, zum Beispiel durch eine langjährige Kooperation mit dem Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord zur Erhaltung der Schwarzwaldlandschaft. Oder durch das zertifizierte Energiemanagementsystem nach der ISO 50001. „Den Heizkostenverlauf der modernisierten Anlage können wir einfach am Stromzähler ablesen und die signifikante Einsparung dokumentieren“, sagt Michael Schanz. Nach problemlosem Umbau Ende des vergangenen Jahres laufe der überarbeitete Heizkasten problemlos.

Die Investition in eine Modernisierung der Blasmaschinen dieses Typs zahle sich für Anwender durch die Energieeinsparung bereits nach ein bis drei Jahren aus – je nach Auslastung der Anlage und der Höhe des Strompreises. Den Umbau bietet KHS zudem für beide Varianten der Blomax Serie III, Modul oder Kompakt, an. Energieoptimierte PET-Streckblasmaschinen seien für viele Unternehmen eine exzellente Möglichkeit, die Produktionskosten zu senken.

K 2016, Halle 13, Stand A75

Info: Mineralbrunnen Teinach

Die Mineralbrunnen Teinach GmbH füllt täglich etwa 1,5 Millionen Flaschen alkoholfreie Getränke ab. Produziert werden die Mineralwässer Teinacher und Hirschquelle Vital sowie das Heilwasser Hirschquelle und diverse Süßgetränke. Das Unternehmen beschäftigt etwa 130 Mitarbeiter und liegt – in dem mit rund 3750 Quadratkilometern –größten Naturpark Deutschlands, dem Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord. Neben den Zertifikaten Energy Management System Standard nach ISO 50001, ISO 500001 und IFS Food Version 6 2013 wurde die Mineralbrunnen Teinach im Jahr 2013 als erster Mineralbrunnen mit dem Prüfsiegel „Gesicherte Nachhaltigkeit – Investition in die Zukunft“ für Nachhaltigkeit in den Bereichen Ökologie, Ökonomie und Sozialkompetenz ausgezeichnet. So stehe Teinacher für eine nachhaltige Produkt-, Service- und Beratungsqualität, eine wirtschaftliche Zukunftsausrichtung und vorrausschauendes Unternehmensmanagement sowie ökologische und soziale Verantwortung.

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