D-SMC und HD-RTM

Leichtbau für die E-Mobility

Das Pressen faserverstärkter Kunststoffe ist eines der Verfahren, die im Zuge neuer Konstruktionsideen rund um das Thema Elektroauto Lösungen bieten könnte.

Zur K ist die Präsentation des neuen Direktverfahrens D-SMC für die Fertigung duromerer Struktur- und Class-A-Bauteile in der Automotive-Industrie angekündigt. Als weitere Neuheit will Dieffenbacher ein Gesamtsystem für das Hochdruck-Harz-Injektionsverfahren (HD-RTM) zur Herstellung von Kohlefaserverbundbauteile vorstellen.

Entwickelt wurde das DSMC-Verfahren im Konsortium der Unternehmen Dieffenbacher, DSM und Fraunhofer ICT. Die Technologie der Direkt-Compoundierung umgeht die teure Reifung, Lagerung und Logistik des bisherigen SMC-Halbzeugs. Qualitätsminderungen werden so vermieden. Der laut Unternehmen exakt reproduzierbare Prozess und die direkte Weiterverarbeitung des Halbzeuges gewährleisten eine stabile Produktion im Pressbetrieb. Das DSMC-Verfahren bietet demnach nicht nur wirtschaftliche Vorteile. Es trage auch zu signifikanten technischen Verbesserungen von Bauteilen in Class A-Qualität bei. Die Materialzusammenstellung könne präzise und ohne großen Aufwand an unterschiedliche Anforderungen online angepasst werden.

Das Direktverfahren für LFT-D bewährt sich schon seit mehr als zehn Jahren in der Praxis. Auch hier werden durch das von Dieffenbacher entwickelte Verfahren endlos lange Glasfasern mit einem Thermoplast vermischt und das entstehende Compound mit einer Faserlänge zwischen 20 und 40 Milimeter direkt der Presse zugeführt. Besondere Bedeutung hat das LFT-D-Verfahren durch das Thema Leichtbau gewonnen. Strukturbauteile aus glasfaserverstärkten Polymeren ersetzen zunehmend Metallbauteile und bieten zusätzliche Integrationsvorteilen.

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Zur Herstellung von Kohlefaserverbundbauteilen soll das Hochdruck-Harz-Injektionsverfahren (HD-RTM) künftig eine Schlüsselrolle im Automobilbau einnehmen. Dieser Trend wird vom aktuellen Bedarf an Rohbauteile der Elektro- und Hybridfahrzeuge bestätigt. Zusammen mit dem Kooperationspartner Kraussmaffei entwickelte Dieffenbacher dieses zukunftsweisende Verfahren. Das schwierig zu handhabende Kohlefasergewebe wird in das Unterwerkzeug einer vertikalen Presse eingelegt. Der anschließende Füllprozess mit Epoxydharzen oder Polyurethan geschieht gewebeschonend mit präzise arbeitenden Mischköpfen, die direkt an die Form angeflanscht sind. Damit bieten die beiden Unternehmen nach eigenen Angaben erstmals weltweit schlüsselfertige Lösungen für das Hochdruck-Harz-Injektionsverfahren aus einer Hand.


K 2010, Halle 14, Stand A04

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