3 Kilogramm leichter als Glas

Class-A-Kfz-Verglasungen aus Polycarbonat

Verscheibungen für zwei Fahrzeuge von Buick entstehen in Class-A-Oberfläche aus Polycarbonat (PC) im Spritzguss. Maßgeblich für die Qualität sind die Heißkanalsysteme.

Die hintere Seitenscheibe für einen großen MPV ist ein Zweikomponenten Spritzgussteil, das mit Hilfe der Nadelverschlusstechnologie mit Class-A-Oberfläche hergestellt wird. (Bild: HRS)

Für den Zweikomponentenspritzguss der hinteren Seitenscheiben der Fahrzeugtypen Buick GL8 und GL8 Avenir verwendet der Zulieferer zwei Heißkanalsysteme von HRS. Eines ist für die Herstellung der glasklaren ersten Komponente, das andere für das partielle, nahtlose Überspritzen mit einem dunkel eingefärbten PC im Randbereich im Einsatz. Beide Systeme integrieren die feinfühlig regelbare Flexflow Nadelverschlusstechnologie. Diese ermöglicht laut Hersteller die hohe Oberflächenqualität der mit 1200 x 460 Millimeter die derzeit weltweit größten ihrer Art seien. Darüber hinaus trage die Heißkanaltechnik dazu bei, dass die Scheiben, die rund 40 Prozent (3 Kilogramm) leichter sind als vergleichbare Bauteile aus Glas, mit nur minimalem Verzug und engen Bauteiltoleranzen hohe Passgenauigkeit für eine reibungslose Montage aufweisen. Im Rahmen der Projektentwicklung hat HRS den Verarbeiter mit umfangreichen Moldflow-Simulationen bei der Optimierung der Fertigungsparameter für diese großen und zudem asymmetrisch geformten Teile unterstützt.

Die beiden Heißkanalsysteme bestehen aus je einem Heißkanalverteiler mit zehn in die Aufspannplatte integrierten servomotorischen Antrieben für die Düsen mit konischem Nadelverschluss. Die zur Steuerung des sequenziellen Einspritzvorgangs eingesetzte Technologie ermöglicht es, jede einzelne, individuell angetriebene Nadel präzise auf den Prozess abgestimmt und mit wählbaren Geschwindigkeiten zu öffnen und zu schließen. Dadurch lässt sich der Schmelzefluss in den einzelnen Heißkanaldüsen und der Volumenstrom in der gesamten Kavität so exakt steuern, dass diese gleichmäßig und homogen gefüllt wird. Dank des sanften Öffnens und Schließens der Nadeln kommt es nicht zum unerwünschten Druckabfall und den damit verbundenen Änderungen der Temperatur und der Fließgeschwindigkeit, wie er beim konventionellen Kaskadenspritzgießen während des sequenziell abrupten Zuschaltens der Heißkanaldüsen auftritt, und damit auch nicht zum Entstehen der dadurch bewirkten Markierungen auf dem Formteil. Das Ergebnis seien Class-A-Formteiloberflächen ohne optisch relevante Fehlstellen. Zu den Einsatzschwerpunkten der Flexflow Technologie gehört das Spritzgießen anspruchsvoller und komplexer Automobilbauteile einschließlich großflächiger Exterieur- und Interieur-Bauteile, wie Spoiler, Frontends, Instrumententafelträger, Türinnenverkleidungen, Scheinwerfer sowie breite Kfz-Heckleuchten und die hier beschriebenen Scheiben aus glasklarem PC.

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