Euromold für Besucher

Zum guten Sch(l)uss…

Euromold will mit komplettem Angebot punkten
Rapid Prototyping und -Manufacturing arbeiten an weiter verbesserten Oberflächengüten, Präzision und Materialeigenschaften.
Sehr erfolgreich ist die Entwicklung der Erstaussteller auf der Euromold 2009. Mit 76 Teilnehmern aus 17 Ländern verbucht die Messe im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um 116 Prozent. Und das ist nicht die einzige gute Nachricht aus der Branche.

Formenbauer sind tendenziell weniger von der Krise betroffen als die Anwender der Formen und Werkzeuge. Schließlich muss eine Form gebaut werden – unabhängig davon ob 10.000 oder 100.000 Stück produziert werden. Zudem hält der Trend zu weiterer Steigerung der Variantenvielfalt an – auch das kommt Formenbauern eher entgegen. Andererseits findet der Wettbewerb seit Jahren immer stärker auf internationaler Ebene statt und drückt damit flächendeckend das Preisniveau.

An diesem Punkt setzen denn auch viele Zulieferer für den Formenbauer an: Tools und Methoden bereit zu stellen, die die Abläufe beschleunigen und kostengünstiger machen. Andererseits werden neue Möglichkeiten präsentiert, effizientere Formenkonstruktionen zu realisieren, die kürzere Zyklen, höhere Produktqualitäten und mitunter neue Formteilgeometrien erlauben. Zudem finden erstaunlicherweise auch in längst etablierten und als weitgehend „ausentwickelt“ eingeschätzte Technologien immer wieder Optimierungen statt: So bietet die Heiß- und Kaltkanaltechnik neu patentierte Entwicklungen – was auf deutliche Innovationssprünge hinweist. Auf das Beste zum Schuss sozusagen.

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Dementsprechend leidet die Messe laut Veranstalter Demat weit weniger unter der Zurückhaltung von Ausstellern als andere Industriemessen. Mit erwarteten 1500 Ausstellern peilt man nahezu die gleiche Beteiligung an wie im Vorjahr (1523), ebenso wie bei den Fachbesuchern. Hier ist die Zahl 60.000 anvisiert nach knapp 59.000 im Jahr 2008.

Kurze Wege – komplette Übersicht

Effizienz – dieses Ziel stand offensichtlich auch Pate bei der in diesem Jahr veränderten Hallenbelegung. Statt die Messe über nahezu die gesamte Länge des Messegeländes mit den entsprechend schuh- und kraftzehrenden Wegen zu verteilen, sind erstmals nur die beiden direkt benachbarten Hallen 8 und 9 sowie die ebenfalls direkt davor liegende neue Halle 11 belegt.

Trotz der kürzeren Wege nimmt die Messe für sich in Anspruch, die gesamte Prozesskette vom Produktdesign über den Prototypen- und den Formenbau bis zur Serienfertigung lückenlos abzubilden. Einen wichtigen Part nehmen dabei ein das Rapid Prototyping und Rapid Manufacturing. Das Thema ist in Halle 11 konzentriert und soll alle Bereiche dieser Technologien präsentieren. Neben den Herstellern von Rapid X-Anlagen wie Objet, Alphacam, EOS, 3D Systems, Stratasys, MTT, Z Corporation, Huntsman oder Materialise präsentieren sich auch zahlreiche Unternehmen aus den Bereichen Materialien, Software und Services – unter anderem Solidworks, Dassault und Autodesk. Auch mittelständische Dienstleister spielen mittlerweile eine wichtige Rolle in diesem Zukunftsmarkt, um Kontakte zu knüpfen oder zu vertiefen und um neue Kunden zu gewinnen. Im letzten Jahr hatte dieser Bereich einen Ausstelleranteil von rund 10 Prozent.

Inzwischen sind die generativen Verfahren bei den Consumern angekommen. Nicht zuletzt der Gesundheitsbereich mit Anwendungen in der Zahnprothetik oder bei Gehörhilfen hat den Markt geschaffen und vergrößert. Für 2009 wird die Euromold deshalb auch die Sonderschau „Rapid Manufacturing für Jedermann“ einrichten, auf der Hochschulen und Aussteller die künftige Bedeutung dieser innovativen Technologie für den Alltag darstellen werden.

Etablierte Technik Thermoforming

Wenn es um das Thema Formenbau geht, fällt dem „Durchschnittskunststoffer“ üblicherweise zunächst das Spritzgießen, dann eventuell das Pressen und der Matrizenbau des Extrudierens ein, selten jedoch auf Anhieb das Thermoformen. Hier werden jedoch enorme Stückzahlen produziert, allein die Lebensmittelindustrie nimmt ungeheure Mengen ab. Aber auch industrielle Anwendungen, technische Teile, entstehen in diversen Verfahrensvarianten – die entsprechende Formen benötigen. Vom Joghurtbecher über das Gerätegehäuse bis zur Autozierleiste reicht die Anwendungsbreite. Mit dem erstmalig vertretenen Sonderthema Thermoformen wird sich die Euromold laut Ankündigung in Halle 9 Materialien, Techniken und Prozessen widmen. Wärmebehandlung, Werkstoffe, Werkzeuge und Formen, Oberflächenbehandlung, Kunststoffverarbeitung sowie Nachbearbeitung sollen die Aussteller zeigen. Zudem werden neue Technologien und Erkenntnisse auf einem eigenen Vortragsforum für diesen Themenbereich erörtert.

Das gilt auch für andere Themen rund um das Ausstellungsspektrum: An allen Messetagen findet ein Konferenzprogramm zu verschiedenen Themen wie virtuelles Design und virtuelle Konstruktion sowie zu verschiedenen Produktionstechniken sowie das Forum Werkstoffe statt. Für letzteres zeichnet die Deutsche Gesellschaft für Materialkunde verantwortlich. Im Mittelpunkt sollen hier aktuelle und künftige ökonomische und ökologische Randbedingungen sowie das stetige Zusammenspiel zwischen werkstoffseitigen und fertigungstechnischen Fragestellungen stehen. Erstmals ist für das Kongressprogramm eine Anmeldung erforderlich.

Werkzeug- und Formenbau automatisieren

Formenbau ist traditionell das Zusammenspiel hoher handwerklicher Kunst und moderner Maschinentechnik. Nicht nur im Zuge der Kostendiskussion steht die Automatisierung im Formen- und Werkzeugbau im Focus. Hier sind jedoch völlig andere Rahmenbedingungen zu berücksichtigen als bei üblichen Automatisierungsprojekten in der Industrie. Im Rahmen der Sonderschau „Automation im Werkzeug- und Formenbau“ sollen den Besuchern die aktuellen Möglichkeiten gezeigt werden, um die Auslastung zu erhöhen und Zeit einzusparen. Acht Maschinen werden den voll automatisierten Ablauf und das Zusammenwirken unterschiedlicher Technologien innerhalb einer Fertigungszelle demonstrieren. Da die Sonderschau einen starken Fokus auf das Miteinander von Konstruktion und Werkstatt haben wird, ist sie in beiden Themenbereichen etabliert. Im Bereich Werkstatt befindet sich die automatisierte Zelle – im Bereich Konstruktion „Technologie-Inseln“ in Form von Einzelständen verschiedener Hersteller aus denm Branchen CAD/CAM, Programmierung, Spannsysteme. Zum Einsatz kommen in der Fertigungszelle ein Handling mit Magazinen, zwei Fräsmaschinen, zwei Messmaschinen, eine Waschanlage und zwei Erodiermaschinen. Begleitet wird die gesamte Schau von einem Präsentationsprogramm, in dem detailliert technische Abläufe sowie einzelne Schritte der Prozesskette erläutert werden.

Ein Füllhorn von Ideen und Innovationen darf sich der geneigte Besucher von dieser Messe am verkehrsgünstigen Messeplatz Frankfurt/M. erwarten. Zum – hoffentlich guten – Schluss des Messejahres also noch einmal eine Veranstaltung, die voraussichtlich das Publikum in ganzer Breite anziehen wird.

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