Hydromechanisch angetriebene Heißkanalsysteme

Mit heißer Nadel

Optimale Prozesskontrolle in der Medizintechnik
Detailansicht eines hydromechanisch angetriebenen Nadelverschlusses.
Formenbauer haben schon früh die Vorteile hydromechanisch angetriebener Nadelverschlusssysteme erkannt. Besonders anspruchsvolle Dünnwand- anwendungen sind mit dieser Technik beherrschbar.

Im Jahr 1996 wurden die ersten Formen mit hydromechanisch angetriebenen Heißkanalsystemen für die Herstellung von Zahnbürsten entwickelt. Ende 2008 verließ die 500. Form dieses Systems das in Freiburg ansässige Werk der Zahoransky-Gruppe in Richtung USA. Käufer ist der Medizinprodukte-Hersteller Allergan, der das Werkzeug künftig mit einer Zykluszeit von 6 Sekunden nutzen wird.

Die Vorteile der Nadelverschlusssysteme haben die Freiburger nach eigenen Angaben früh erkannt. Für Anwendungen in der Pharmaindustrie und im Medizinbereich könne der Antrieb auch pneumatisch oder servo-motorisch erfolgen, heißt es. Denn für diese Anwendungen sei die ölfreie düsenseitige Formhälfte ein entscheidender Pluspunkt gegenüber hydraulischen Systemen. Der Antrieb des Heißkanalsystems übernimmt je nach Kundenwunsch ein außen an der Form liegender Hydraulik-/Pneumatikzylinder oder Servomotor. Besonders bei Dünnwandanwendungen sei der mechanische Antrieb von Vorteil, denn alle Anschnitte öffnen und schließen gleichzeitig. Dies garantiere ein gleichmäßiges Füllverhalten aller Kavitäten und somit eine konstant bleibende Qualität der produzierten Kunststoffteile. Die Erfahrung zeige, dass Anwendungen mit Wanddicken von nur 0,6 Millimeter sicher beherrschbar seien. Das Wechseln der Nadeln sei überdies servicefreundlich gelöst und sei ohne Demontage der Form möglich. Bei Verschlussnadeln mit konischem Anschnitt werde zur Sicherheit eine Druckentlastung realisiert. Das Nadelverschlusssystem wird auch als heiße Seite am Markt angeboten. Die passende Lösung für die jeweilige Anwendung wird dazu gemeinsam mit dem Kunden entwickelt. Bei Servoantrieb liefert der Formenbauer die eigene SPS zur Ansteuerung.

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