Projekt Spanabfälle

Späne im Formenbau wirtschaftlicher handhaben

Gemeinschaftsprojekt im Kunststoff-Cluster schafft Optimierungsmöglichkeiten
Der Projektgruppe gelang es, die Kosten- und Erlössituation beim Handling von Spänen für die Formenbaubetriebe günstiger zu gestalten.
Im Rahmen eines firmenübergreifenden Kooperationsprojekts wurde ein Optimierungskonzept für Spanabfälle von Formenbauunternehmen im Bezirk Kirchdorf in Oberösterreich (OÖ) umgesetzt. Daraus können auch andere Unternehmen Verbesserungspotenziale ziehen.






Die Materialkosten machen einen erheblichen Teil der Gesamtkosten in Fertigungsunternehmen aus. Im Raum Kirchdorf in Oberösterreich gibt es einige Formenbauunternehmen, die Zerspanungsabfälle und Schleifschlämme aus der Metallberarbeitung in unterschiedlichen Mengen – von einigen hundert Kilogramm bis mehreren hundert Tonnen – produzieren. Da die am Markt erhältlichen Aufbereitungsanlagen wie Brikettieranlagen auf Grund ihres stationären Einsatzes und der damit verbundenen hohen Investitionskosten nur selten rentabel sind, haben die am Projekt beteiligten Unternehmen vorher alle Spanabfälle unbehandelt und unbearbeitet entsorgt.

Mit Hinblick auf die Nachhaltigkeit wurde vereinbart, die Entsorgung von Zerspanungsabfällen in einem Unternehmensverbund so zu organisieren, dass durch eine mobile Aufbereitungsanlage die Trennung, Aufbereitung, Lagerung und Entsorgung für die einzelnen Unternehmen optimiert werden kann. Primär galt es, einen externen Experten zur Untersuchung der am Markt befindlichen Aufbereitungssysteme heranzuziehen. Außerdem wurde die betriebliche Ist-Entsorgungssituation jedes einzelnen beteiligten Unternehmens analysiert. Anschließend wurde der Stand der Technik der am Markt vorhandenen Aufbereitungsanlagen bewertet. Diese Analyse ergab, dass zwar Aufbereitungsverfahren verfügbar wären, eine Aufbereitung aber seitens der Abfallabnehmer keine höheren Erlöse erzielen würde.

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Prüfen, optimieren, handeln

Die Möglichkeit einer gemeinsamen Verwertung des Altmetalls wurde intensiv erörtert. Für eine direkte Verwertung in Eisen- und Stahlhütten seitens der Betreiber bestand kein Interesse. Hierbei gilt anzumerken: Die Österreich-weit agierenden Entsorger zeichneten sich durch eine „sehr homogene“ Preisgestaltung aus. Das Aufbrechen dieses Oligopols war erst mit einem kleineren lokalen sowie einem internationalen Entsorger möglich. Diese beiden Unternehmen haben dem Unternehmensverbund Angebote unterbreitet, die erheblich besser waren als bisherige.

Vor allem aus logistischen Gründen entschied sich die Gruppe für einen lokalen Anbieter. Um zu dem neuen Entsorger wechseln zu können, waren bei einigen Unternehmen Änderungen der Abfalltrennung erforderlich, was ein innerbetriebliches Umdenken voraussetzte. Im ersten Schritt gelang es so, ökologische, wirtschaftliche und logistische Aspekte umzusetzen. Besonders die Kostenreduktion hängt stark von den schwankenden Rohstoffpreisen ab. Künftig entsorgen die Unternehmen ihre Späne gemeinsam. Eine Evaluierung während der Abschlussbesprechung ergab, dass sie die Erfolge des Projekts vor allem in folgenden Punkten sehen:

  • Bewusstseinsbildung und Änderung der Abfalltrennung nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten
  • Kooperation zwischen den Partnern im Unternehmensverbund

Am Projekt beteiligt waren das Technologie- und Innovationszentrum Kirchdorf, die TCG Unitech Systemtechnik, Haidlmair, die GPN, IFW Mould Tec und die Mark Metallwarenfabrik.

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