Simulation Auswerfer

Entformung simulieren

Wie schnell man ein Bauteil entformen kann ohne Schäden zu verursachen, und welchen Einfluss die Auswerfer haben, lässt sich mit hoher Genauigkeit simulieren.

Spritzgießsimulationen nähren sich weiter den realen Verhältnissen an und berücksichtigen immer mehr Details im Formenbau. So kann die neue Version einer Software auch den Entformungsvorgang simulieren. Der Verfahrens- oder Fertigungstechniker kann vorab untersuchen, wann das Formteil ausreichend formstabil für die Entformung ist und damit den Zyklus optimieren. Der Werkzeug-Ingenieur erhält die Möglichkeit die optimale Konfiguration des Auswerfer-Pakets zu ermitteln und sicher zu entscheiden, welche Auswerfer-Stifte kritisch belastet sind und welche zur Entformung nicht beitragen. Der Bauteil-Ingenieur wiederum kann die Belastungen im Kunststoff-Formteil während des Entformens analysieren und bewerten. Abgebildet sind ein Handy-Cover sowie ein Teil des Auswerferpakets im Moment, als die schließseitige Werkzeughälfte zurückfährt und die Auswerfer gerade noch nicht mit der Entformung begonnen haben. Zur eindeutigen Darstellung sind die beiden Werkzeughälften aus der Abbildung ausgeblendet. Die roten Farbbänder markieren Bereiche die noch keine Bewegung erfahren haben, da sie auf die Kerne der Tasten-Durchbrüche aufgeschwunden sind. Die rote Farbe auf den Auswerferstiften zeigt, dass sich die Stifte noch nicht bewegen. Die Farb-Skala stellt Verschiebungen in y-Achsenrichtung dar. Rot bedeutet keine Bewegung, blau, dass eine Verschiebung um 1 Millimeter in negative y-Richtung stattgefunden hat. Die Farbbänder auf dem Cover zeigen eine Verformung des Spritzlings aufgrund einer Spannungsumlagerung in dem Moment, als die schließseitige Werkzeughälfte zurückgezogen wurde, während das Teil noch auf den Kernen fest sitzt. Es ist eine Verformung der umlaufenden Wandung um 0,3 Millimeter (grünes Farbband) in Entformungsrichtung zu erkennen.

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Ein weiteres interessantes Feature ist die Simulation nachträglicher Aufheizprozesse. Viele Spritzgießteile werden später erneut erwärmt, beispielsweise beim Verchromen. Nun kann vorab geklärt werden, wie sich das Bauteil dann verformt und wie sich Spannungsrelaxation und Kristallisation entwickeln.

Zusätzlich bietet die Software Informationen, die eine fundierte Entscheidung im Zielkonflikt aus höchstmöglichem Output der Kavitäten und einer zu frühen Entformung erlauben. Es kann die Frage beantwortet werden, ob es notwendig ist, den Spritzling länger im Werkzeug zu halten oder es vielmehr Sinn macht, ihn außerhalb des Werkzeugs abzukühlen, auf einer Kalibrierstation oder frei schwindend. Eine Frage, die besonders in der High-End Kosmetik-Industrie aktuell ist sowie bei Firmen, die Kunststoff-Vorratsbehälter für Lebensmittel produzieren


Fakuma, Halle B5, Stand 5128

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