Großbehälter aus Kunststoff

Großcontainer-Spritzguss im High-end-Bereich

Anhand eines kubischen Designobjekts soll während der K demonstriert werden, welche weitreichende Möglichkeiten noch im Formenbau - und der Spritzgießtechnik - stecken, wenn moderne Technologien kombiniert werden.

Am Messestand des Spritzgießmaschinenherstellers Engel soll das Ergebnis des Entwicklungsprojekts "S+ Smart Cube" präsentiert werden, an dem unter Projektleitung des Werkzeugbauers Haidlmair der Rohmaterialhersteller Borealis, das Messtechnikunternehmen HDEMC, der Heißkanalhersteller PSG und der Inmould-Label-Hersteller Viappiani sowie Engel beteiligt waren. Das Ergebnis ist die Produktionslösung für ein Design-Objekt in Containerform.

Der Designcharakter wird bestimmt von Seitenflächen mit großformatigen Labelflächen, umgeben von Rahmenflächen in Papierknitterstruktur. Eine technische Besonderheit ist neben der 4-Seiten-Labelapplikation, der Einsatz der Gasinjektionstechnik zur Schwindungskompensation und Präzisionsabformung. Dazu werden entlang der oberen Containerumrandung mit den vier Griffbereichen acht hohle Bereiche eingebracht. Anspruchsvoll ist auch das Entformungssystem: Die Außenflächen werden, dem typischen Haidlmair-Containersystem folgend, mit vier Kurzhub-Backenschiebern entformt, Griffmulden und Kernseite der Papierstrukturflächen mit einem aufwändigen Multischieber-System. Das Gemeinschaftsprojekt demonstriere den aktuellen Stand der Technik beim Container-Spritzguss.

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Container Spritzgießwerkzeuge bauen kleiner und leichter als konventionelle Werkzeuge. Das Konstruktionskonzept konzentriert den höheren Gewichtsanteil auf der feststehenden Maschinenseite, was eine geringere Antriebsleistung erfordert.

Charakteristische Merkmale der Haidlmair-Spritzgießwerkzeuge seien kompakte Abmessungen, bei hoher Stabilität. Zentrales Prinzip ist die Einformung der Container-Außenseite durch ein 4-Schieber-System, dessen Trennungslinien über die Containerecken führen. Diese Außenschieber befinden sind auf der feststehenden Werkzeugseite und tauchen innerhalb des Formaufbaus beidseitig in einen Zentrier- und Halterahmen mit keilförmigem Querschnitt ein, wo sie gleichzeitig zentriert und fixiert werden. Dabei wird ein Teil des von den Schiebern aufgenommenen Innendrucks an den angrenzenden Formaufbau abgeleitet. Die kompakte Konstruktion kommt mit einem Minimum an Platten und Bauteilen aus und ermöglicht, sowohl den Querschnitt, als auch die Einbauhöhe des Werkzeugs, optimal klein zu halten.

Zudem bewirkt das Werkzeugkonzept, dass der größere Gewichtsanteil, Basisplatte mit Anspritzsystem und Backenschieber, Teil der feststehenden Werkzeugseite sind. Somit muss nur die leichtere Kernseite von der Maschine bewegt werden, was die benötigte Antriebsleistung und den Energieverbrauch der Spritzgießmaschine reduziert. Die Kernseite bleibt frei zugänglich, so dass der Behälter mit dem Handlinggerät ohne besondere Hilfsmittel einfach abgenommen werden kann. Dieses System ist skalierbar und damit einsetzbar über ein breites Spektrum von Containern - von der Schreibtisch-Zettelbox bis zum Müll-Großbehälter.

Zusätzlich ist ein weiteres mit Hilfe der Gasinjektionstechnik produziertes Exponat angekündigt: Am Stand von Wittmann-Battenfeld soll die Produktion eines Hockey-Schlägers aus glasfaserverstärktem PP mit einem rund 1,20 Meter lange Handgriff gezeigt werden.

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