Messgerät für den Hochtemperaturbereich

Annina Schopen,

Heiße Prozesssicherheit im Koffer

Nonnenmann hat zur elektronischen Überwachung der Temperierung ein mobiles und digitales Durchflussmessgerät für Temperaturen bis 180 °C entwickelt.

Anschluss des Durchflussmessgeräts am Spritzgießwerkzeug. © Nonnenmann

Werkzeugbau- und Spritzgussunternehmen müssen sich stetig neuen und größeren Herausforderungen stellen. Ein Grund dafür sind die zunehmend steigenden Anforderungen an die Endprodukte, wie zum Beispiel höhere Festigkeit oder bessere Temperaturbeständigkeit in den Bereichen Automotive, Elektrotechnik oder Solarindustrie. Damit müssen auch die Merkmale und Eigenschaften technischer Kunststoffe angepasst werden, was wiederum zu höheren Verarbeitungstemperaturen sowie neuen und veränderten Vorgaben und Aufgabenstellungen an den Werkzeugbauer und Spritzgießer führt. Somit müssen Spritzgießwerkzeuge teilweise für immer höhere Temperaturbereiche ausgelegt werden, wodurch in der Produktion das Equipment und die Peripherie auf Temperierungen im Hochtemperaturbereich angepasst und ausgelegt sein müssen.

Um auch in diesem Hochtemperaturbereich die Prozesssicherheit und Bauteilqualität beim Spritzgießen gewährleisten zu können, empfiehlt sich eine elektronische Parameterüberwachung der Werkzeugtemperierung. Nonnenmann aus Winterbach (Baden-Württemberg) hat dazu im Frühling 2022 eine Lösung als Neuheit auf den Markt gebracht. Das neue digitale Messgerät ist für die Anforderungen im Hochtemperaturbereich bis 180 °C ausgelegt und dient zum Messen, Überwachen und bei Bedarf auch Dokumentieren der Durchflusswerte.

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Damit erweitert das Unternehmen das Produktportfolio im Bereich Prozessoptimierung. Bereits seit Sommer 2020 ist die Basis-Version der Durchflussmessung, einsetzbar für Medien bis 100 °C, bei Anwendern aus den Bereichen Produktion, Instandhaltung und Formenbau im Einsatz. „Uns wurde schnell klar, dass dieses smarte Tool auch für den Hochtemperaturbereich benötigt wird, und haben eine Lösung dafür entwickelt“ erklärt Geschäftsführer Volker Nonnenmann. „Das neue Gerät ist ebenso einfach in der Handhabung, präzise in der Messung und schließt damit die bisherige Lücke in der Praxis zur spontanen und simplen Durchflussmessung für den HT-Bereich“, ergänzt er.

Die Temperierung von Spritzgießwerkzeugen hat einen großen Einfluss auf den Fertigungsprozess sowie die Bauteilqualität. Temperierkanäle können sich im Laufe der Zeit durch zum Beispiel Schmutz, Kalk oder Rost zusetzen und somit die benötigte Temperierwirkung nicht mehr erzielen. Dies kann im laufenden Prozess zu längeren Zykluszeiten und Formteilfehlern führen, die unnötige Folgekosten verursachen. Umso wichtiger ist es, den Prozess und die erforderlichen Parameter im Blick zu haben und diese regelmäßig im Soll-Ist-Vergleich zu überprüfen. Das neue Set zur Durchflussmessung HT (Art.-Nr.: FL46600) ermöglicht laut Unternehmen eine einfache, praxisgerechte und bequeme Anwendung zur präzisen Erfassung und Überwachung des Durchflusses der Werkzeugtemperierung im Hochtemperaturbereich.

Besondere Anforderungen von Hochtemperatur-Temperierungen

Ausgelegt auf die besonderen Anforderungen von Hochtemperatur-Temperierungen sei das Durchflussmessgerät ausgestattet mit entsprechenden Kupplungen inklusive Sicherheitsverriegelung zum Schutz gegen versehentliches Lösen im Betrieb. Für das Anzeigen der Messwerte sei das digitale Display per Kabel mit dem Durchflusssensor verbunden und kann mittels magnetischem Halteclip sichtbar in der Nähe des Werkzeuges positioniert werden. Das Messgerät sei ausgelegt für Durchflussmengen im Messbereich von 0,3 l/min bis 25 l/min.

Lieferumfang im Koffer mit Zubehör zur flexiblen Anwendung. © Nonnenmnann

Einsetzbar bei maximal 25 bar für verschiedene Temperiermedien (unter anderem Wasser und Öl) im Temperaturbereich von +10 °C bis +180 °C soll es den Einsatz im Werkzeugbau, in der Instandhaltung und in der Spritzgussproduktion ermöglichen. Anwendung und Anschluss des Gerätes funktionieren Plug-and-play, indem es mit den angebauten Schnellkupplungen am Anschlussnippel des Werkzeuges angeschlossen und mit dem Temperierschlauch verbunden wird. In der Regel empfiehlt das Unternehmen den Einsatz zur Messung am Rücklauf, um somit anhand der Messwerte Rückschlüsse auf das Spritzgießwerkzeug bzw. den Zustand der Temperierbohrungen ziehen zu können.

Mobiles Tool mit Zubehör

Durch den mobilen Einsatz ist das Messgerät für den Stand-alone-Betrieb, zum Beispiel zur Erstermittlung der Durchflusswerte im Neuwerkzeugbau, zur vorbeugenden Wartung in der Instandhaltung und zur Messung/Überwachung live während der Produktion geeignet. Die Messwerte, in Messschritten von 0,1 l/min, werden direkt auf dem digitalen LED-Display angezeigt. Ebenso bestehe die Möglichkeit, Grenzwerte zu programmieren, wodurch die Durchflussmengen automatisch überwacht werden, so der Hersteller. Bei Abweichungen dieser Toleranzen erfolge ein Warnsignal, um den Anwender auf einen entsprechenden Handlungsbedarf aufmerksam zu machen.

Der am Gerät verbaute M12-Stecker dient zum einen als Anschluss für das Netzteil zur Stromversorgung, zum anderen kann über diese Schnittstelle auch eine Kommunikation zwischen Durchflussmessgerät und Spritzgießmaschine hergestellt werden. Durch diese Signalübertragung kann die Steuerung der Spritzgießmaschine, bei Toleranzabweichungen, die üblichen Signale oder Aktionen ausführen.


Nonnenmann bietet das Gerät als Set im Kunststoffkoffer an, wodurch die Anwender ein mobiles und vielfältig einsetzbares Tool mit Zubehör erhalten. Zusätzlich zu dem Durchflusssensor mit montierten Schnellkupplungen (EU-Profil) sowie dem magnetischen Anzeigedisplay und Netzteil sind noch weitere Adapterkupplungen zum Reduzieren auf die kleinere Kupplungsnennweite als auch passende Doppelnippel zum Schlauchanschluss im Lieferumgang enthalten. Weitere Nennweiten und Kupplungsprofile seien auf Anfrage erhältlich.

Als optionales Zubehör nennt Nonnenmann den IO-Link-USB-Adapter für mehr Flexibilität und zur Digitalisierung. Durch diese Ergänzung lasse sich das Durchflussmessgerät über die IO-Link-Schnittstelle (M12-Stecker) bequem per USB-Anschluss verbinden. Dies ermögliche eine netzunabhängige Stromversorgung zum Beispiel an einer USB-Powerbank, oder das Messgerät könne durch den Adapter mit dem PC verbunden werden – zum Parametrisieren und zur digitalen Datenerfassung, Auswertung und Dokumentation der Messwerte.

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