Heißkanal

Heißkanal – fast 30 Jahre im Einsatz

Ein Werkzeug der ersten Stunde zurück bei Heitec. Erst knapp 30 Jahre nach Inbetriebnahme registrierte die TG Kunststofftechnik das erste Problem am Heißkanalsystem eines noch immer eingesetzten Spritzgießwerkzeugs – und rührt damit an den Anfängen des Heißkanalbauers.

Langläufer: Das Werkzeug hat in 29 Jahren mit unverändertem Heißkanal Millionen von Bauteilen produziert. Jetzt erhielt es eine unkomplizierte Modernisierung. (Bild: K-Profi)

Eher durch Zufall bekam die Heitec Heisskanaltechnik ein 2-fach Heißkanal-System aus den Anfangsjahren der Firmengeschichte ins Haus. Mitte 2017 sandte die TG Kunststofftechnik aus Erndtebrück eine Düse mit Heizungsdefekt zur Reparatur an Heitec. Im Zuge der Reparatur der First Line Düse stellten die Heißkanal-Hersteller anhand der Düsenprüfnummer fest, dass die Düse ursprünglich Bestandteil eines 2-fach Heißkanal-Systems war, das im Jahr 1988 hergestellt und ausgeliefert wurde. Nach Rücksprache mit dem Kunden stellte sich heraus, dass das System bis zum Ausfall der Düsenheizung unverändert in seiner Anfangskonfiguration im Einsatz war. In den nahezu 30 Jahren wurden mehrere Millionen Siphonunterteile für den Sanitärbereich darauf hergestellt.

In Absprache mit TG Kunststofftechnik wurde entschieden, das komplette System auszutauschen. Damit konnte Heitec ein System aus den Anfangsjahren der Firmengeschichte zurückgewinnen. Es soll ein Grundstein für ein kleines Firmenmuseum werden. Der Anwender erhielt im Gegenzug ein energieeffizienteres und dem Stand der Technik entsprechendes Heißkanal-Werkzeug zurück.

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Den ersten Heißkanal für das Siphonunterteil aus PP entwarf Hans Schreck Ende 1988 noch mit Tusche. (Bild: K-Profi)

Die Umbaumaßnahmen im Werkzeug waren geringfügig: Die Formplatte konnte unverändert übernommen werden, da die Außenkontur der Düsen im Laufe der Zeit nur minimal verändert wurde. Somit passten die aktuellen Düsen problemlos in den 1988 eingebrachten Einbauraum. Der originale, funktionsfähige, noch aus Knotenelementen bestehende, Verteiler wurde durch einen modernen außenbeheizten Verteiler ersetzt, sodass Anpassungen im Bereich der Rahmen- und Aufspannplatte notwendig waren. Der Konstruktionsleiter von TG Kunststofftechnik, Lothar Treude, zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden. „Wir konnten das Werkzeug mit dem neuen Heißkanal nehmen, einbauen und es läuft wieder. Das schätze ich an der Zusammenarbeit mit Heitec.“

Für den geschäftsführenden Heitec-Gesellschafter und Mitgründer Hans Schreck schließt sich mit dem Umbau ein Kreis: „Für uns ist es eine Riesenchance ein so altes System zurück zu bekommen und es als Exponat in das neue Firmenmuseum integrieren zu können. Es ist sehr schön zu sehen, dass unser Heißkanal-System, genauso wie ein Kunststoffteil, fast 30 Jahre überdauert hat.“ Das System zeige nicht nur die Langlebigkeit der Produkte, sondern auch, wie sich die Herstellung solcher Systeme im Laufe der Zeit verändert hat. „Ich habe die Zeichnungen noch mit Tusche auf Pergamentpapier erstellt. In der heutigen, digitalisierten Welt ist dies kaum noch vorstellbar.“

Das Siphonunterteil wird zentral von der Kappenmitte direkt angespritzt. (Bild: K-Profi)

Gerade einmal fünf Mitarbeiter hatte Heitec 1988 als das obengenannte Heißkanal-System entwickelt und gefertigt wurde. Heute sind nach Unternehmensangaben über 100 Mitarbeiter beschäftigt. Das damals noch kleine Unternehmen operiert mittlerweile mit 28 Vertretungen im In- und Ausland. Das Produktportfolio reicht vom offenen System über Nadelverschlusssysteme bis zu komplett verdrahteten heißen Hälften samt Regeltechnik. Ein eigenes entwickeltes Regelgerät für elektrische Nadelverschlussantriebe rundet das Sortiment ab.

Der Beitrag basiert auf einem Beitrag von Christopher Schwalm.

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