Marktspiegel Werkzeugbau

Neue Kennzahlen für den Werkzeug-, Formen- und Modellbau

Das Erfassen, Auswerten und Verdichten von Unternehmensdaten zu praxisrelevanten Kennzahlen der Werkzeug-, Formen- und Modellbaubranche versprechen die Initiatoren des „Marktspiegel Werkzeugbau“.

Ende September kamen die Organisatoren und Teilnehmer des Pilotprojekts an der Messe Stuttgart zur Abschlusspräsentation zusammen. © Initiative Marktspiegel Werkzeugbau

Er soll erstmals zur Moulding Expo (21. bis 24. Mai 2019) erscheinen. Maßgeblich voran treiben das die beiden Unternehmen Tebis und Gindumac – tatkräftig in der Anschubmannschaft aktiv ist der VDWF – Verband der Verband deutscher Werkzeug- und Formenbauer.

Ausdrücklich nicht in Konkurrenz zu den Marktstudienaktivitäten im Umfeld der RWTH Aachen sehen die Organisatoren das Projekt Marktspiegel Werkzeugbau. Die Initiative sei darauf ausgelegt, Werkzeug-, Formen und Modellbauern schnell und einfach neue Einblicke in den Entwicklungsstand ihres Unternehmens im Vergleich zur Branche zu verschaffen, um konkrete Maßnahmen für die Zukunftsausrichtung ableiten und umsetzen zu können. Aus dem Marktspiegel Werkzeugbau soll ein neuer Branchenstandard entstehen. Unternehmen können diesen künftig heranziehen, um besser zu verstehen, an welchen Stellschrauben sie drehen müssen, um ihre Ziele zu erreichen.

Im Marktspiegel Werkzeugbau werden die Teilnehmer für einen unabhängigen Marktspiegel auf ihre unternehmerische Wettbewerbsfähigkeit und Wertschöpfung analysiert, vermessen und miteinander verglichen. Der Marktspiegel ist in vier übergeordnete Analysefelder aufgeteilt;

–    Unternehmenskennzahlen

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–    Produktion, Organisation, Prozesse

–    Marketing, Kommunikation, Vertrieb

–    Digitalisierung, Automation

Die Unternehmen können sich gezielt nach Unternehmensgrößen, Zielmärkten und Produktbereichen vergleichen. Die Unternehmensgröße wird durch die Merkmale Bilanzsumme, Umsatzerlöse und Mitarbeiteranzahl bestimmt. In den Produktbereichen wird zwischen Werkzeugbau, Formenbau, Modellbau und Maschinenbau unterschieden. Die Zielmärkte teilen sich in Automotive, Consumer / Packaging, Electronics, Aerospace, Health / Pharma, Maschinenbau und Sonstiges auf. Sowohl interne als auch externe Werkzeugbauten können an der Initiative teilnehmen.

Die Basissystematik wurde definiert von den beiden VDWF-Mitgliedsunternehmen Tebis und Gindumac, die das Projekt mit Unterstützung des VDWF gemeinsam gestartet haben. Mit der Messe Stuttgart als Partner wurde die Initiative, im Rahmen eines Pilotprojekts mit 16 Mitgliedern des VDWF,Ende September zur Marktreife gebracht. Die Ergebnisse präsentierten die Partner bei einem Treffen in Stuttgart Ende September. Im nächsten Schritt wurde der Marktspiegel nun für alle Unternehmen geöffnet. Ziel ist es, auf der Moulding Expo 2019 die erste „MEX-Edition“ zu präsentieren. Geplant ist stets zur Moulding Expo, also im Zweijahresrhythmus, eine neue Version mit Branchen-Index (Bindex) zu veröffentlichen.

Individuelle Bewertung einzelner Unternehmen

Dieser quasi öffentliche Teil wird ergänzt um den jährlich erstellten unternehmensindividuellen Zukunftsindex, kurz Zindex, der es ermöglicht, das eigenen Unternehmen in vielerlei Hinsicht mit dem Durchschnitt der Branche und den leistungsfähigsten zu vergleichen. Aufgrund der jährlichen Analyse lässt sich zudem die eigene Entwicklung realistisch einschätzen. Zum Beispiel: Wirtschaftet das Unternehmen profitabel und nachhaltig genug? Ist das Produktivitätslevel wettbewerbsfähig? Ist das Personal ausreichend qualifiziert und motiviert? Sind ein Leitbild und eine Strategie vorhanden? Werden Unternehmensprozesse und Projekte effizient organisiert? Wie hoch ist der Modernisierungsgrad in Softwarelandschaft und Maschinenpark? Wie professionell werden Marketing- und Vertriebsaktivitäten umgesetzt? Wie wettbewerbsfähig ist das Unternehmen in Automatisierung und Digitalisierung?

Für jedes Unternehmen liefert abschließend der Zindex, die Möglichkeit seine eigene Position zu bestimmen und im Branchenvergleich einzuordnen. Die ebenfalls unternehmensindividuell ergänzten Handlungsempfehlungen sollen das Reagieren auf die eigene Situation erleichtern und eine valide Grundlage für Zukunftsentscheidungen liefern.

Genossenschaft hält die Rechte

Der Marktspiegel gewinnt seinen Wert über das Engagement seiner Teilnehmer und die Qualität der erhobenen Daten. Zur Weiterentwicklung und Etablierung der Initiative sollen die Teilnehmer aktiv in Form einer Genossenschaft beteiligt werden. Die Organisation als Genossenschaft sei ein Garant dafür, dass die Daten in guten Händen sind, denn sie gehören nur den Werkzeugbauern. Die Unternehmensdaten werden der Genossenschaft nur zur Erstellung des Markspiegels zur Verfügung gestellt und – von einem neutralen Treuhänder – anonymisiert zur Verarbeitung verteilt.

Aktuell befinden sich die Projektverantwortlichen in der Konkretisierung des Gründungsvorhabens und des Preismodells. Angestrebt wird ein für die Genossenschaftsmitglieder faires Preismodell zwischen 1000 und 1500 Euro pro jährlichen Report.

Unter dem Motto „Vom Werkzeugmacher zum Zukunftsmacher“ soll die zukünftige Marktspiegel Werkzeugbau e.G. zum Kompetenzträger der Branche für Zukunftsfähigkeit werden.

Schon jetzt können sich alle Werkzeug-, Modell- und Formenbauer die Teilnahme am kommenden „Marktspiegel Werkzeugbau“ sichern. Auf der Webseite marktspiegel-werkzeugbau.com besteht die Möglichkeit sich für die Teilnahme zu registrieren.

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