Praxisleitfaden

Andreas Mühlbauer,

VDWF veröffentlicht Kompendium zur Nachhaltigkeit

Auch für Unternehmen der Werkzeug- und Formenbau-Branche wird es wichtiger, nachhaltige Konzepte zu entwickeln und umzusetzen. Der VDWF hat dem Thema Nachhaltigkeit einen eigenen Arbeitskreis gewidmet. Im Dezember 2022 ist das „Kompendium Nachhaltigkeit“ erschienen.

Der VDWF hat ein „Kompendium für die Bewertung und Gestaltung nachhaltigen Wirtschaftens im Werkzeug- und Formenbau“ als Leitfaden publiziert. © VDWF

Bereits heute werden in der Branche Lösungen für den Weg hin zu einer klimaneutralen Fertigung rege entwickelt, das „Kompendium Nachhaltigkeit“ ist eine davon. Die Teilnehmer des VDWF-Arbeitskreises haben das „Kompendium für die Bewertung und Gestaltung nachhaltigen Wirtschaftens im Werkzeug- und Formenbau“ als Leitfaden publiziert, der die Unternehmen der Branche mit praktischen Umsetzungshilfen unterstützt, Nachhaltigkeit wirkungsvoll in das operative Geschäft zu integrieren. „Wir möchten einen Beitrag zur Lösung globaler Nachhaltigkeitsherausforderungen leisten, der gleichzeitig aber auch die Wettbewerbsfähigkeit der Werkzeugbauer stärkt“, erklärt Arbeitskreisleiter Dr. Wolfram Heger. Wirtschaftliche Überlegungen sind dabei ein essenzieller Bestandteil: „An einem proaktiven und unternehmensspezifischen Nachhaltigkeitsmanagement im Werkzeug- und Formenbau führt kein Weg mehr vorbei“, erklärt der Unternehmensberater.

Nachhaltigkeit als Wettbewerbsfaktor der Zukunft

Das Kompendium bietet auf Werkzeug- und Formenbau-Unternehmen zugeschnittene Nachhaltigkeitskonzepte. Dafür wurden Prioritätsthemen in einer Wesentlichkeitsanalyse festgelegt, deren wichtigste Anforderungen erläutert, Steuerungs-Kennzahlen zusammengetragen, auf ihre Eignung im Werkzeugbau bewertet und darüber hinaus auch Rahmenwerke vorgestellt, an denen sich Branchenunternehmen orientieren können. Das Themenspektrum reicht von „Wärmerückgewinnung“ über „Interne und externe Logistik“ bis hin zu „Biokunststoffe im Spritzgießprozess“.

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Die beigefügten Anhänge sollen konkrete Tipps und Umsetzungshinweise für die Praxis liefern. Konzipiert sei das Kompendium als „lebendes“ Dokument, das aktuelle gesetzliche, ökologische und gesellschaftliche Anforderungen an nachhaltiges Wirtschaften aufgreifen, aber auch ausdrücklich auf Weiterentwicklung im Sinne sich verändernder Rahmenbedingungen sowie Anwender-Feedback setzen soll, so der VDWF.

Viele, und gerade kleinere Unternehmen stehen auf dem notwendigen Weg hin zu mehr Nachhaltigkeit noch am Anfang. Daher ist vielfach Eile geboten, bedenkt man, dass in absehbarer Zukunft Daten zum CO2-Footprint und Energieverbrauch eines Unternehmens von Geschäftspartner:innen mehr und mehr eingefordert werden: Lieferanten werden anhand ihrer Öko-Bilanz ausgewählt, Normen und Richtlinien werden eingeführt. Denn ob Klimawandel, Ressourcenschonung oder menschenrechtlich verantwortliche Lieferketten – die damit verbundenen Herausforderungen finden dramatisch beschleunigt ihren Weg in Gesetze (EU Green Deal etc.) oder die Anforderungslisten von Kund:innen und Kapitalgeber:innen.

Wer langfristig nicht abgehängt werden möchte, muss deshalb dringend handeln. „Doch auch darüber hinaus: Nachhaltigkeitsherausforderungen gezielt und mit Bezug zum eigenen Kerngeschäft anzugehen, gehört zur Unternehmensverantwortung“, erklärt Heger. Das „Kompendium Nachhaltigkeit“ kann ein erster Schritt in die richtige Richtung sein. Der über 60 Seiten umfassende Leitfaden kann über den VDWF kostenlos bezogen werden, die englischsprachige Ausgabe werde ab dem Frühjahr erhältlich sein.

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