Simulieren wie ein Werker denkt

Prozessoptimierung für das Spritzgießen weiterentwickelt

Neue Funktionen für die automatische Optimierung von Konstruktionen im Rahmen der Simulation von Spritzgießprozessen sind zur Fakuma angekündigt.

Für eine LSR-Anwendung sind alle möglichen Kombinationen von Prozesseinstellungen und Material sowie deren Einfluss auf den Vernetzungsgrad des Bauteils dargestellt. (Bild: Sigma)

Der konventionelle Lösungsansatz von Trial-and-Error oder die Entscheidungsfindung rein basierend auf der Erfahrung Einzelner reichen in der Regel nicht mehr aus, um sowohl die Anforderungen an die Bauteilqualität als auch die Entwicklungstermine einzuhalten. Die Fehlertoleranz schwindet weiter. Spritzgießer müssen Bauteile, Werkzeuge und Prozesse so effizient und so schnell wie möglich auslegen. Mit der Autonomous Optimization Technologie können laut Unternehmensangaben Verarbeiter ein bestimmtes Ergebnis einfordern, genauso wie sie es auch Mitarbeitern in der Produktion tun würden. Die Werkzeuge des Simulationssystems in Sigmasoft finden laut Anbieter dann automatisch den besten Prozess, um dieses Ergebnis zu erreichen.

Typischerweise werden beispielsweise bei eng tolerierten Baugruppen Bauteile und Werkzeug basierend auf vorhergehenden Erfahrungen designt, das Werkzeug gebaut und abschließend in Testläufen versucht, die geforderten Maße zu treffen. Die Zeit, das Prozessfenster an der Maschine zu finden, ist deshalb üblicherweise kurz und der Druck hoch. Im besten Fall werden schließlich Teile in der gewünschten Qualität produziert, der Prozess ist jedoch oft weder hinsichtlich Ressourcen wie dem Energieverbrauch noch der Zykluszeit optimiert.

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Doch das Bild wandelt sich: Schon während der Auslegung von Bauteil und Werkzeug können alle Modifikationen an einer virtuellen Spritzgießmaschine getestet werden. Und dank Autonomous Optimization könne diese virtuelle Spritzgießmaschine selbstständig eine Lösung für eine Fragestellung finden. So sei es beispielsweise möglich, einen minimalen Bauteilverzug zu fordern und die Maschine wähle selbstständig die richtigen Einstellungen. Die Technologie werde nicht nur die Art und Weise verändern, wie neue Prozesse eingerichtet werden, sondern auch, wie Werkzeuge ausgelegt werden.

Fakuma 2017, Halle A5, Stand 5105

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