Software Cimatron

Bohr- und Taschenbearbeitung optimieren

In der Plattenbearbeitung sollen neue; in der CAM-Software hinterlegte Strategien dafür sorgen, dass die Programmier- und Bearbeitungszeiten sinken

Beim Bau jeder Spritzgießform und jeder Formplatte sind mehrere Gewindeschnitte, Führungen, Kühlkanäle und andere einzubringen. Häufig handelt es sich dabei um Bohrungen gleichen Typs, die sich lediglich in ihren Abmessungen unterscheiden. Darauf baut die Automatisierungsstrategie von Cimatron E auf. Für jeden Bohrungstyp wird einmal die Bearbeitungsfolge festgelegt. Die Besonderheit dabei: Die Länge für die einzelnen Segmente werden nicht als absolutes Maß, sondern als Variable angegeben. Für diese Variablen legt der Programmierer ein Regelwerk mit minimaler und maximaler Segmenthöhe fest, in dessen Grenzen das CAM-System analog aufgebauten Bohrungen automatisch diese Bearbeitungsstrategie zuordnen darf. Abschließend wird der so beschriebene Bohrvorgang in der Bearbeitungsbibliothek abgelegt. Sind alle gängigen Bohrungstypen dort hinterlegt, reduziert sich der Aufwand für die Programmierung der Bohrvorgänge der meisten Platten auf drei Schritte: Mit dem ersten wird das zu bearbeitende Werkstück gewählt, mit dem zweiten bestimmt der Anwender, ob die Bearbeitungs-Reihenfolge nach Werkzeugen oder Bearbeitungsrichtung optimiert werden soll, und mit dem dritten erhält das System den Auftrag zur Erkennung der Bohrungstypen. Wenige Sekunden ist laut Softwareanbieter die Platte prozesssicher programmiert.

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Für das Tieflochbohren wurde nach der Erkennung von Kreuzungsbereichen nun eine zusätzliche Lösung für deren physikalische Umsetzung entwickelt. Statt prophylaktisch überall dort, wo in der Konstruktion eine Kreuzung angelegt ist, den Vorschub zu reduzieren, orientiert sich das System an den tatsächlichen Verhältnissen. Mit der Rohmaterialerkennung, die nach jedem Programmierschritt aktualisiert wird, kann das CAM-System bereits vorhandene Bohrungen erfassen und in die Berechnung einbeziehen. Das ermöglicht, die erste Tieflochbohrung bis zum Ende mit konstanter Geschwindigkeit und damit schneller auszuführen. Nur wenn der Bohrer tatsächlich auf eine Querbohrung trifft, wird der Vorschub gedrosselt.

Mit einer neuen HSC-Schrupp-Strategie verkürzt die Software die zum Ausarbeiten von Taschen und Nuten benötigte Zeit. Statt der bisher verwendeten Fräser mit großer Seiten- und geringer Tiefenzustellung unterstützt das CAM-System den Einsatz von Schaftfräsern, die eine größere Tiefenzustellung erlauben und mit relativ geringer Seitenzustellung arbeiten. Das soll zum einen zu einer höheren Zerspanleistung pro Zeiteinheit führen und den Fräser über die gesamte Länge und gleichmäßiger belasten. Diese Frässtrategie lässt sich auch bei der Herstellung einer formgebenden Geometrie (3D-Freiformgeometrie) anwenden.

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