Spritzgießen mit kompakteren Werkzeugen

Schön schlank – und stabil

Geringere Nestabstände ermöglicht die neue Bauform einer bereits bekannten Heißkanaldüse, während Pressure Blocks bezeichnete Druckplatten für eine signifikante Versteifung des Werkzeugs und für das optimale Temperaturprofil über das gesamte Heißkanalsystem sorgen sollen.

Schlankere Heißkanaldüsen ermöglichen engere Nestabstände und kompaktere Werkzeuge. (Bild: HRS)

Bei den neuen, sogenannten Full Compact Nozzles wurden laut Anbieter HRS alle Heizelemente des bisherigen Standard-Pa-Typs (Einschraubdüsen für Schussgewichte bis 200 Gramm) in einer vom Ventilsitz ausgehend durchgehend schlanken Silhouette mit 28 Millimeter Durchmesser untergebracht, 5 Millimeter weniger als bei der herkömmlichen Ausführung. Nadelspitze und Endring der neuen Einschraubdüsen sind unverändert. Mit Innenbohrungsdurchmessern von 6, 8 oder 10 Millimeter und Düsenlängen zwischen 75 und 450 Millimeter können sie mit einer oder zwei Heizzonen ausgerüstet werden. Sie sind zudem als Classic Line oder in Fail-safe-Ausführung mit zwei Heizsystemen und zwei Thermoelementen erhältlich. Die Full Compact Nozzles eignen sich auch für das rückwärtige Anspritzen von Formteilen und für alle Düsen-Konfigurationen (Torpedo, Free Flow und Nadelverschluss). Ihr maximaler Arbeitsdruck beträgt 1800 bar. Typische Anwendungen sind kleine, kompliziert geformte Teile, wie Lautsprechergitter für den Kfz-Innenraum.

Hohe Plattensteifigkeit und die Sicherung des optimalen Temperaturprofils im Heißkanalsystem sind Schlüsselelemente für die Formteilqualität. Ist dieses Profil ungleichmäßig, kann es zu nicht ausbalancierter Fließfrontausbreitung, Verzug und Oberflächenmarkierungen kommen. Die Pressure Blocks sollen zur Erfüllung beider Bedingungen beitragen. Dabei wirken diese aus zwei Werkstoffen mit geringer thermischer Leitfähigkeit hergestellten Druckplatten zweifach: Auf beiden Seiten des Heißkanalverteilers positioniert, erhöhen sie in erster Linie die Steifigkeit der Aufspannplatte, so dass diese sich unter Last weniger verformt. Das Ergebnis sind Formteile mit konstanter Dicke innerhalb enger Toleranzen und ohne Gratbildung. Zudem verhindern sie die Wärmeübertragung zwischen Verteiler und Aufspannplatte, was die Temperaturverteilung im Heißkanal signifikant vergleichmäßigt. Ohne das Temperaturprofil zu beeinflussen, lassen sich die Druckplatten an frei wählbarer Position zwischen Heißkanalsystem und Werkzeug anordnen, jedoch nicht über der Heizung. Je nach Kundenbedarf sind sie mit oder ohne Justierplatte und mit Dicken von 20 Millimeter und 240 °C maximaler Verteilertemperatur bei 50 °C maximale Werkzeugtemperatur oder von 30 Millimeter (300 °C/100 °C) erhältlich.

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