Werkstoffe für den Fahrzeugbau

Freie Fahrt voraus

Kunststoffe machen Auto umweltfreundlicher und sparsamer
Sandwich-Elemente reduzieren das Gewicht der Karosserieteile um 60 bis 70 Prozent gegenüber bisherigen Stahlteilen.
Die Neuerfindung des Automobils ist in vollem Gange: Noch zeichnet sich keine einzelne Technologie ab, die allen anderen überlegen ist. Vielmehr ist es ein Bündel von Innovationen, die das Auto der Zukunft Wirklichkeit werden lassen.



Die großen Aufgaben der Branche liegen laut der aktuellen Studie „Car Innovation 2015“ der Strategieberatung Oliver Wyman – und keine echte Überraschung – weiter in der Verringerung des Kraftstoffverbrauchs, der Emissionen, des Rohstoffverbrauchs und der Kosten. Evonik Industries bringt seine Expertise im Mobilitätssektor in zahlreichen innovativen Produkten zum Ausdruck und spielt damit eine Schlüsselrolle bei der zweiten Erfindung des Autos.

Leichte Strukturschäume, innovative Kunststoffanwendungen und Klebstoffe können Fahrzeuge deutlich leichter machen und damit helfen, Kraftstoff zu sparen. Sandwich-Elemente verringern als Karosserieteile wie Dach, Heckklappe, Motorhaube oder Türen das Gewicht um 60 bis 70 Prozent gegenüber bisherigen Stahlteilen. Evonik entwickelte zusammen mit der Sportwagenschmiede Lotus Engineering einen ganz speziellen Lotus Exige – und der Evonik Leight Weight Design (LWD) Lotus bringt 75 Kilogramm weniger auf die Waage als die schon sehr leichte Serienversion. Zu den Leichtbaumaterialien gehören auch die Kunststoffe.

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Ebenfalls für Gewichtssenkungen sorgen Hochleistungsklebstoffe. Denn sie erlauben es etwa, leichte Kunststoffe zu nutzen, die sich durch Schweißen und Löten nicht verbinden lassen. Der Haftvermittler Vestamelt ermöglicht es sogar, Teile aus Stahl und Kunststoff zu Hybridwerkstoffen zu verbinden. Zum Einsatz kommen die Hochleistungsklebstoffe unter anderem bei Kraftstofffiltern, Autotüren und Sitzheizungen. Auch mit Verbund-Autoscheiben aus Plexiglas werden Autos leichter. Diese Formmassen können jedoch noch mehr: Sie werden anstelle von Lacken auch für die Oberflächen von Karosserieteilen verwendet. Dank der spezifischen Eigenschaften sorgen Sie für eine besonders edle Anmutung, Güte und Wertigkeit der kratzfesten, langlebigen und hochglänzenden Anbauteil-Oberflächen. Die Produkte dienen also nicht nur dem Schutz der Umwelt, sie sprechen auch die Emotionen der Autofahrer an.

Ebenfalls im Blickpunkt der Energieeinsparer: Die Reifen. Sie sind Hightech-Produkte und müssen unterschiedlichen Anforderungen trotzen, egal, ob bei Hitze, Regen oder Schnee. Bei der Übertragung der eingesetzten Energie auf die Straße kommt dem Rollwiderstand der Reifen besondere Bedeutung zu. Je niedriger er ist, desto geringer sind der Spritverbrauch und damit auch die CO2-Emissionen. Durch den Einsatz des Silan-Additivs Si 363 lässt sich der Rollwiderstand gegenüber herkömmlichen Reifen laut Anbieter um rund zehn Prozent senken – mit dem Ergebnis von drei bis acht Prozent Kraftstoffeinsparung.

Weitere Elemente wie der Ersatz metallischer Lager und Antriebskomponenten durch Hochleistungskunststoffe trägt ebenfalls zu Gewichtseinsparungen – und häufig auch von Kostensenkungen durch erhöhte Funktionsintegration – bei. Hier sind die Potenziale noch bei weitem nicht ausgeschöpft. Das nächste Thema ist die Elektromobilität: Nicht nur in den Akkus sondern im gesamten Fahrzeugumfeld sind in diesem Zusammenhang noch erhebliche Innovationen zu erwarten.

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