Kommentar

Droege empfiehlt …

… einen Blick auf einige kleine, weithin unbekannte Innovationsschmieden in Deutschland: die akademischen Fliegergruppen, kurz Akaflieg genannt. An mehreren Universitäten haben sich diese Studentenvereinigungen mit heute unterschiedlichen Rechtsformen überwiegend bereits in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts gegründet. Viele der Akafliegs haben über die Jahrzehnte komplette Flugzeuge, häufig Segelflugzeuge entwickelt und gebaut. Mit akademischem Hintergrund führender Lehrstühle, umfangreichen Grundlagenforschungen und mit durchaus handwerklichem Tatendrang wurden neue Ansätze gesucht und realisiert.

Segelflugzeug mit Winglet. © Schleicher

Nicht zufällig sind einige der aktivsten Akafliegs heute an Universitäten angesiedelt, die in der Kunststoffbranche einen hervorragenden Ruf genießen, darunter Darmstadt, Aachen und Stuttgart. Sie haben schon in den 50er Jahren tragende Strukturen von Segelflugzeugen in Faserverbundtechnologien gebaut. Interdisziplinäre Zusammenarbeit von Konstrukteuren, Werkstofftechnikern, Verfahrensspezialisten, Strömungsmechanikern und anderen hat richtungsweisende Entwicklungsarbeiten geschaffen. Die sind in den folgenden Jahrzehnten nicht nur in den kommerziellen Flugzeugbau, sondern in alle kunststoffverarbeitenden Branchen eingeflossen. Am deutlichsten dürfte das für den Laien am Beispiel Winglet zu demonstrieren sein: Seit mehr als 20 Jahren reduzieren Segelflieger den Widerstand ihrer Hochleistungsmaschinen mit diesen senkrecht stehenden Tragflächenenden - seit einigen Jahren fliegt jeder Airbus damit.

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Dass die angehenden Akademiker sicher viel Spaß an den Ergebnissen ihrer Arbeit hatten und haben, nämlich beim Fliegen ihrer eigenen Schöpfungen, ist das I-Tüpfelchen. Spaß, bereichsübergreifende Agieren im Team und technischer Erfolg dürfen öfter zusammenwirken.

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