Meilenstein Futuro

Spaciges Kultobjekt der 60er in München

Das Kunststoffhaus Futuro des finnischen Architekten Matti Suuronen ist das Prunkstück einer neuen Ausstellung in der Pinakothek der Moderne in München. Vor Beginn der Ausstellung wurde das Haus, das aus glasfaserverstärkten Polyesterschalen besteht, in Kooperation mit dem SKZ vollständig restauriert.

Im Rahmen der feierlichen Eröffnung wurde das Futuro-Haus von Bayerns Staatsminister Ludwig Spaenle vor mehr als tausend Zuschauern enthüllt. (Bilder: SKZ)

Von Juni 2017 bis Juni 2018 zeigt die Neue Sammlung in der Pinakothek der Moderne die Ausstellung „Space-Age“ als Hommage an die Künstler der 60er Jahre. Der Zeitgeist dieser Epoche war stark geprägt vom Einsatz zukunftsweisender Werkstoffe, beispielsweise Faserverbundkunststoffe, in Alltagsgegenständen. Im Außenbereich der Pinakothek ist eines der wenigen noch erhaltenen und aufwändig restaurierten Futuro-Exemplare zu besichtigen. Aufgrund seiner ellipsenähnlichen Form auch als Ufo bezeichnet, war es ursprünglich ein als Skihütte konzipiertes modulares Haus, konnte aber auch als Wochenendhaus, Unterrichtsraum oder als Bankfiliale dienen. Dabei bot es auch im unwegsamen Gelände mit acht Meter Durchmesser und etwa sechs Meter Gesamthöhe rund 25 Quadratmeter Nutzfläche.

Ende der 60er Jahre verkörperte das Futuro mit seinem für damalige Verhältnisse völlig neuartigen Einsatz von Kunststoffen sowie mit seiner Funktionalität und effizienten Bauweise die Wünsche und Hoffnungen der Space-Age Bewegung. Als eines der ersten in Serie produzierten Kunststoffhäuser wurde es aus 16 kreisförmigen, mit Glasfaser verstärkten Polyesterschalen hergestellt. Die Isolierung aus Polyurethan-Schaum war in Sandwichbauweise in die GfK-Lagen eingebettet.

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Vor Beginn der Ausstellung wurde das Futuro über ein Jahr lang im Composite Kompetenzzentrums des SKZ in Halle unter Leitung von Thoralf Krause originalgetreu restauriert. Bereits bei der Besichtigung und beim Abbau im Charles Wilp Museum in Witten wurde ein schlechter Allgemeinzustand festgestellt. Beispielsweise war das Kernmaterial in den acht Unterteilen durch eingetretene Feuchtigkeit beschädigt. Mit Tausch des schadhaften Kernmaterials und Aufbringen neuer GfK-Lagen konnte die strukturelle Integrität aufwändig wieder hergestellt werden.

Ebenso wurden die visionäre Tür, die gleichzeitig als ausklappbare Treppe dient, sowie der obere Lichtring restauriert. Bei vorhergehenden Umbauten war innenseitig mineralischer Putz an den Deckenteilen aufgebracht worden. Diese Putzschicht wurde restlos und ohne Schädigung des Originals abgetragen, so dass die ursprüngliche Struktur und Farbe nachempfunden werden kann. Im Außenbereich wurde die stark verwitterte Lackierung entfernt und eine wetterbeständige Lackierung aufgebracht, die den Restaurationsansprüchen gerecht wird. Die gesamten Arbeiten waren nach Institutsangaben geprägt von einem regen Gedankenaustausch zwischen den Experten der Pinakothek um deren Leiter Tim Bechthold sowie Pamela Voigt als Ansprechpartnerin für architektonischen Fragen und den Mitarbeitern der SKZ Forschungs-Gruppe Composite. Dabei wurde umfangreiches Fachwissen für künftige, ähnlich gelagerte Projekte generiert.

Die Ausstellung ist noch bis 3. Juni 2018 im Außenbereich der Pinakothek der Moderne zu besichtigen. Während der gesamten Zeit bietet die Neue Sammlung informative und interfunktionale Aktionen rund um das Thema Futuro und Bauen der Zukunft an.

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