Extrem dünne Bauteile

Dekorierte Composite-Bauteile mit 0,6 Millimeter in einem Schritt

Eine großserientaugliche Anlage zur Produktion fertig dekorierter und dabei besonders dünner Composite-Bauteile soll vor allem in Anwendungen bei elektronischen Geräten attraktive Gestaltungsalternativen ermöglichen.

Eine neue Materialkombination soll in Verbindung mit der speziellen Trockenlacktechnologie fertig dekorierte Gehäuseteile für elektronische Geräte mit besonders geringer Wanddicke in einem Prozessschritt ermöglichen. Bild: Lanxess)

IT-Geräten wie Smartphones, Tablets oder Notebooks sollen leicht, robust und dabei optisch attraktiv sein. Die Leonhard Kurz Stiftung und Bond-Laminates haben eine Materialkombination und Werkzeugtechnologie entwickelt, die die Fertigung fertig dekorierte Gehäuseteile für solche Geräte mit geringer Wanddicke in einem Prozessschritt ermöglichen soll. Basis sind thermoplastische Verbundhalbzeuge der Marke Tepex Dynalite. Das wird im Spritzgießwerkzeug umgeformt, hinterspritzt und in einem speziellen „Inmould-Decoration-Integrationsprozesses“, einer Weiterentwicklung des Kurz-Inmould-Verfahrens, inline dekoriert. Eingesetzt wird dabei ein Transferlacksystem.

Engel habe dafür eine hochautomatisierte, großserientaugliche Fertigungszelle entwickelt, die während der K in Düsseldorf den Fertigungsprozess zeigen soll. Geplant ist die Produktion eines Gehäuseteils mit 0,6 Millimeter Wanddicke.

Die eingesetzte Materialvariante nutzt laut Anbieter Endlosglas- und Endloskohlenstofffasern, die luftblasenfrei in eine Polycarbonat-Matrix eingebettet sind. Das ergebe sehr hohe Festigkeit und Steifigkeit bei guter Zähigkeit. Nur so seien die geringen Wanddicken ohne Einbußen bei der mechanischen Belastbarkeit der dekorierten Bauteile möglich. Weil die Beschichtung des Bauteils mit Hilfe der Trockenlacktechnologie direkt im Spritzgießwerkzeug abläuft, entfällt ein sonst erforderlicher Prozessschritt zur Lackierung. Daraus können sich Einsparungen in puncto Kosten, Logistik, Energieverbrauch und Ressourcen ergeben. Es ist weder eine Lackierstraße erforderlich, noch müssen separat spritzgegossene Teile gelagert, transportiert, gereinigt und für die Lackierung vorbehandelt werden. Außerdem entstehen keine Lackverluste durch Overspray.

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Weitere Kostensenkungen lassen sich durch die Integration von Funktionen per Spritzguss erzielen. So ist an das Demonstratorbauteil ein umlaufender Rahmen aus flammgeschützten, mit 50 Prozent Kurzglasfasern verstärkten Polycarbonat angespritzt. Außerdem sind Schnapphaken und Schraubdome integriert.

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