Sicher – Digital – Vorausschauend

Fraunhofer LBF feiert 80 Jahre Forschung

Mehr als 100 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft begrüßte das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF zur Jubiläumsfeier in Darmstadt. Ein Zukunftsworkshop zum Thema Predictive Maintenance mit „intelligenten“ Bauteilen und Systemen und die Möglichkeit, in Labore Einblick zu erhalten, bildeten den Rahmen.

Angelika Willms-Herget, Bundesministerium für Bildung und Forschung (Mitte), auf ihrer Tour durch das Openlab. Professor Thilo Bein (zweiter von links), erläutert Hintergründe und Funktionsweise des leichten, elektrischen Autos Epsilon. © LBF

Der klassische Maschinenbau erhält mit der Digitalisierung in rasanter Geschwindigkeit neue Perspektiven und Produktlösungen. Damit werden Produkte in ihren Funktionen und ihrer Ausgestaltung immer komplexer. „Bei all dieser Komplexität bleibt es für den Nutzer selbstverständlich, dass die neuen Produkte zuverlässig und sicher funktionieren. Dafür steht das Fraunhofer LBF mit seiner Zuverlässigkeitsforschung“, erklärte Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft in seinem Grußwort. Darüber hinaus verlangen Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit moderne Leichtbaulösungen, bei denen die Entwickler immer stärker an die Grenzen des heute Machbaren gehen. Auch hier ist selbstverständlich: Die Produkte müssen leicht und sicher sein.

Die Digitalisierung als eine der Schlüsseltechnologien der Zukunft durchdringt seit langem auch Forschungs- und Entwicklungsprozesse. Simulation, digitale Abbilder mechanischer Systeme, Hardware-in-the-Loop, die Grenzen zwischen physischer und virtueller Realität verschwimmen zunehmend. Neue Produkte, zum Beispiel im Maschinenbau und in der Mobilität, werden in immer kürzeren Zyklen entwickelt, müssen aber gleichzeitig zunehmende Ansprüche an Produktindividualisierung bei immer hohen Zuverlässigkeitsanforderungen erfüllen. Teilnehmer des LBF-Zukunftsworkshops diskutierten über die Generierung, über die Chancen und die Grenzen so genannter Digitaler Zwillinge im Prozess der Produktentwicklung.

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Im Openlab erhielten die Gäste Einblicke in die Digitalisierung der Zuverlässigkeits- und Leichtbauforschung und in FuE-Arbeiten des LBF, die einen Beitrag zu zukunftsrelevanten Themen wie experimentell-virtuelle Zuverlässigkeitssimulation, smarte, adaptive Systeme, nachhaltigen Leichtbau oder Kunststoff-Recycling leisten. Highlights waren Live-Demonstrationen, die anschaulich zeigten, wie sich zum Beispiel Recycling und Upcycling von Kunststoffen lohnen kann oder wie unterschiedlich innovative Fassadenwerkstoffe, teils aus Biomaterialien, auf Hitzeentwicklung reagieren.

An einer in ihrer Art in Deutschland einmaligen multiphysikalischen Versuchseinrichtung auf Basis eines multiaxialen Schwingtisches (MAST) für Strukturkomponenten und Batteriesysteme wurde die Gelegenheit geboten, Prüfungen an Elektrofahrzeugen real mitzuerleben. Andere Exponate zeigten unter anderen umgesetzte hybride Leichtbauteile, die mit externen Partnern vernetzte Fahrsimulation eines Elektrofahrzeugs sowie Groß- und Kleinprüfstände der Zuverlässigkeitsforschung.

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