Entwickeln und optimieren

Mehr Freiheit im Leichtbau

Mit einem neuen Shuttle-Formenträger im KraussMaffei-Technikum wurden die Möglichkeiten des faserverstärkten Leichtbaus erweitert. Der neue MX-Formenträger mit 4000 Kilonewton Schließkraft ist flexibel ausgelegt und lässt sich mit dem LFI-Verfahren (Long-Fiber-Injection) oder mit Sprühanwendungen wie dem SCS-Verfahren (Structural Component Spraying) kombinieren. Aber auch Oberflächen-Verfahren wie das R-RIM (Reinforced Reaction Injection Molding) mit Polyurethan sind möglich.

Flexibel einsetzbar für großflächige Sichtbauteile oder neue Sprühverfahren: Der neue Shuttle-Formenträger für LFI- und SCS-Anwendungen. © KraussMaffei

Der neue Shuttle-Formenträger ist Teil einer Komplettanlage, die je eine separate Kabine und einen Roboter für das LFI- und das SCS-Sprühverfahren enthält. Fünf verschiedene Mischköpfe stehen für die unterschiedliche Versuche und Anwendungen bereit. Ein spezieller Shuttle-Fahrwagen dient zum schnellen Transport des Unterwerkzeugs zwischen den Bearbeitungsstationen des Unterwerkzeugs. Damit kann zum Beispiel der Schaumeintrag in das Unterwerkzeug außerhalb der Schließeinheit erfolgen. Als weiteres Feature bietet dieses Konzept die Schwenkbewegung der oberen und unteren Werkzeugaufspannplatte. "Damit bieten wir unseren Kunden die nötige Flexibilität und können schnell auf die jeweilige Anwendung umrüsten. Und das entlang der gesamten Prozesskette", ergänzt Schmidhuber.

LFI steht für Long Fiber Injection. Das Verfahren erlaubt ein breites Anwendungsspektrum. Vom leichten Verkleidungsteil im PKW-Innenraum bis zum großen Strukturbauteil mit Class-A-Sichtoberfläche ist alles in der Serie realisierbar. Da es sich um ein PUR-Verfahren mit Werkzeuginnendrücken kleiner 10 bar handelt, kann mit LFI in einem Schuss auch ein hochfestes Sandwichelement mit Wabenstruktur als Kernschicht gefertigt werden. Beim Structural Component Spraying (SCS) handelt es sich um eine Weiterentwicklung der LFI-Wabentechnik. SCS reduziert weiter die Dicke und das Gewicht der Deckschichten, mit dem Ziel den Leichtbau zu optimieren. Beim SCS werden Lagenaufbauten aus Fasermatten und Wabenkernen mit unverstärktem PUR besprüht, in ein Werkzeug eingebracht und verpresst.

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Das Technikum in München bietet auf mehr als 4000 Quadratmetern mehr als 25 Anlagen der Spritzgieß-, Reaktions- und Extrusionstechnik für interne und Kundenversuche, um Prozesse in der Praxis zu optimieren oder Prototypenbauteile zu testen.

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