Zykluszeiten verkürzen

Leichtbauelemente wirtschaftlich fertigen

Lösungen zur Herstellung faserverstärkter Kunststoffbauteile werden auf der JEC gezeigt. Im Mittelpunkt stehen neue Verfahren auf Basis duro- und thermoplastischer Matrixmaterialien.

Mit der Wetmolding-Anlage sollen sich Zykluszeiten reduzieren lassen. © Krauss Maffei

Großes Interesse bemerkt Krauss Maffei derzeit am Nasspress-Verfahren (Wetmolding), eine nach eigenen Angaben wirtschaftliche Alternative zur Fertigung von Leichtbauelementen. In Paris präsentiert der Anbieter dafür eine automatisierte Turnkey-Lösung. Mit ihr lassen sollen sich die Zykluszeiten im Vergleich zu manuellen Lösungen halbieren lassen. Gleichzeitig erhöhe sich die Prozesssicherheit. Das Nasspress-Verfahren zeichne sich durch eine einfache Prozesskette aus. Niedrige Werkzeuginnendrücke bei der Benetzung der Fasern und der Wegfall des gesamten Preforming-Prozesses halten die Investitions- und Unterhaltskosten niedrig. Zudem erlaube das Verfahren den Einsatz von Recyclingmaterialien.

Weiteres Highlight am Messestand ist die Präsentation der Pultrusionsanlage Ipul. Mit der Komplettanlage für das kontinuierliche Strangziehen sollen sich die Produktionsgeschwindigkeiten im Vergleich zu üblichen Wannenverfahren mehr als verdoppeln lassen. Das Interesse daran sei ungebrochen, besonders für Anwendungen in der Bauindustrie oder in Windkraftanlagen. Auch Anfragen aus dem Automotive-Bereich nehmen demnach zu.  

Der Düsenwechselbaustein ermöglicht einen schnellen Wechsel des Düsensystems am Sprühmischkopf. © Krauss Maffei

Am Beispiel einer Seitenabdeckung für ein Nutzfahrzeug demonstriert Krauss Maffei auf der Fachmesse das LFI-Verfahren (Long-Fiber-Injection). Es erlaubt den Einsatz von Faservolumen bis 50 Prozent. Dadurch lassen sich Bauteile mit hoher Bauteilstabilität bei niedrigem Gewicht realisieren, so der Anbieter.

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Außerdem soll in Paris ein neuer Düsenwechselbaustein für den SCS-Mischkopf gezeigt werden. Sein Vorteil: Flachstrahl- und luftunterstützende Rundstrahldüsen, die man zum Besprühen unterschiedlicher Bereiche des Bauteils benötigt, können am selben Mischkopf installiert und im Wechsel eingesetzt werden.

Das Fiberform-Verfahren wurde zur Großserienreife gebracht. © Krauss Maffei

Das Fiberform-Verfahren habe sich in der großserientauglichen Fertigung etabliert, heißt es weiter. Es bezeichnet das Thermoformen und Hinterspritzen von Organoblechen, also plattenförmigen Halbzeugen mit Endlosfasern aus Glas, Carbon oder Aramid, die in eine thermoplastische Matrix, etwa aus Polyamid (PA) oder Polypropylen (PP) eingebettet sind. Zykluszeiten von unter 60 Sekunden und damit großserientaugliche Prozesse sind möglich. Derzeit wird der Einsatz neuer Matrixmaterialien und Naturfasern in den Organoblechen erprobt.

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