S-SBR mit nachhaltigem Butadien

Annina Schopen,

Asahi Kasei: Autoreifen aus Kunststoffabfällen und Biomasse

Der japanische Technologiekonzern Asahi Kasei hat einen neuen Werkstoff für Autoreifen angekündigt. Dazu soll lösungspolymerisierter Styrol-Butadien-Kautschuk (S-SBR) mit auf Kunststoffabfällen und Biomasse basiertem Butadien hergestellt werden.

Die Produktion und Vermarktung von S-SBR mit nachhaltigem Butadien sollen im März 2022 beginnen, gab der Konzern bekannt.

Produktion und Vermarktung von S-SBR mit nachhaltigem Butadien sollen im März 2022 beginnen. © Asahi Kasei

Bessere Kraftstoffeffizienz durch einen niedrigeren Rollwiderstand bei gleicher Sicherheit – diese Kombination macht S-SBR zu einem Material der Wahl für umweltfreundliche Reifen. S-SBR ist ein synthetischer Kautschuk, der hauptsächlich für leistungsstarke und kraftstoffsparende Reifen verwendet wird. Die Nachfrage steigt weltweit stetig aufgrund strengerer Umweltvorschriften und einem wachsenden Umweltbewusstsein seitens der Kunden.

Der japanische Technologiekonzern Asahi Kasei macht nun einen weiteren Schritt in Richtung Nachhaltigkeit in der Lieferkette: Das Unternehmen schloss am 23. November 2021 eine Vereinbarung mit Shell Eastern Petroleum über die Lieferung von Butadien aus Kunststoffabfällen und Biomasse. Die Unterzeichnungszeremonie fand im Rahmen der Veranstaltung "Creating the Plastic Circular Economy in Singapore: Journey from Vision to Reality" auf der Insel Bukom in Singapur statt.

Shell wird in Bukom, Singapur, nachhaltiges Butadien nach dem Massenbilanzverfahren auf zwei Arten herstellen. Das Massenbilanzverfahren ist eine weltweit angewendete Methode, um bei einem Mix aus nachhaltigen und aus Erdöl gewonnenen Rohstoffen den Anteil nachhaltiger Rohstoffe für einzelne Produkte zu berechnen.

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Bei dem ersten Verfahren wird aus Kunststoffabfällen in einem chemischen Prozess recyceltes Rohmaterial/Pyrolyseöl gewonnen und dem Naphtha-Cracker zugeführt; somit können wiederum Chemikalien hergestellt werden. Die zweite Methode verwendet Biomasse als Rohstoff für den Naphtha-Cracker. Asahi Kasei setzt nun weltweit als erstes Unternehmen aus Kunststoffabfällen hergestelltes Butadien ein und verwendet als erste japanische Chemiefirma Butadien aus Biomasse für die S-SBR-Produktion, wie der Konzern bekannt gab.

CO2-Reduktion in der Lieferkette

Der Konzern arbeitet ebenso daran, den Produktionsprozess auf nachhaltige Rohstoffe umzustellen, um die CO2-Emissionen in der gesamten Lieferkette zu reduzieren. Während des gesamten Lebenszyklus‘ von Reifen – angefangen bei den Rohstoffen über die Produktion, die Nutzung im Fahrbetrieb, die Entsorgung sowie schließlich das Recycling – ist der Anteil der CO2-Emissionen bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor in der Nutzungsphase am höchsten. Bei Elektrofahrzeugen hingegen sind die Emissionen in der Nutzungsphase weitaus geringer, so dass die Emissionen in der Rohstoff-Lieferkette bei Materialien wie S-SBR relativ höher sind.

Die Verwendung von nachhaltigem S-SBR ermöglicht daher eine Reduzierung der CO2-Emissionen über den gesamten Lebenszyklus von Reifen. Asahi Kasei erwartet, durch die Produktion von S-SBR unter Verwendung von nachhaltigem Butadien einen wesentlichen Beitrag zur Reduzierung der CO2-Emissionen in der gesamten Lieferkette zu leisten.

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