Grüne Werkstoffe im Aufwind

Bio-Kunststoffe: Produktionskapazitäten sollen steigen

Nach einer neuen Marktauswertung der European Bioplastics (EUBP) setzt sich das Wachstum der Biokunststoffbranche fort.

Produktionskapazitäten für Bio-Kunststoffe weltweit. (Bild: European Bioplastics, Nova Institut)

„Der Markt für Biokunststoffe wird in den nächsten fünf Jahren um 20 Prozent wachsen. Die Bemühungen um den Wandel hin zu einer Kreislaufwirtschaft sowie die stärkere politische Unterstützung für die Bioökonomie und nicht zuletzt das gesteigerte Verbraucherbewusstsein für nachhaltige Produkte und Verpackungen tragen zu dem Wachstum bei“, sagt François de Bie, Vorsitzender von European Bioplastics.

Die weltweiten Produktionskapazitäten für Biokunststoffe werden demnach von rund 2,05 Millionen Tonnen im Jahr 2017 auf etwa 2,44 Millionen Tonnen bis 2022 steigen. Biopolymere wie PLA (Polylactide) und PHA (Polyhydroxyalkanoate) seien die größten Wachstumstreiber im Bereich der biobasierten und biologisch abbaubaren Kunststoffe. PHA sind eine wichtige Polymerfamilie, die sich lange Zeit in der Entwicklung befand und nun in kommerziellen Mengen auf dem Markt erhältlich sei. Die Produktionskapazitäten für PHA werden in den kommenden fünf Jahren voraussichtlich um das Dreifache steigen. Diese Polyester seien komplett biobasiert, biologisch abbaubar und bieten eine Fülle an Eigenschaften abhängig von ihrer chemischen Zusammensetzung. Die Produktionskapazitäten für PLA verzeichnen ebenfalls starkes Wachstum und werden bis 2022 voraussichtlich um 50 Prozent steigen.

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Biobasiere, haltbare Kunststoffe, wie die sogenannten Drop-in Lösungen biobasiertes PE (Polyethylen) und biobasiertes PET (Polyethylentherephthalat) sowie biobasiertes PA (Polyamide), machen derzeit rund 56 Prozent (1,2 Millionen Tonnen) der weltweiten Produktionskapazitäten von Biokunststoffen aus. Die Produktion von biobasiertem PE wird aufgrund geplanter Kapazitäten in Europa weiter steigen. Der angekündigte Ausbau der Kapazitäten für PET wurde nicht wie in den vergangenen Jahren vorhergesagt realisiert. Stattdessen verlagert sich der Fokus auf die Entwicklung von PEF (Polyethylenfuranoat), einem neuen Polymer, das voraussichtlich 2020 am Markt erhältlich sein wird. PEF sei vergleichbar mit PET, jedoch vollständig biobasiert und weise verbesserte Barriere- sowie thermische Eigenschaften auf. Damit kommt es für die Verpackung von Getränken, Nahrungsmitteln und Non-Food-Artikeln in Frage. Biobasiertes PP (Polypropylen) soll spätestens 2022 in kommerziellen Mengen erhältlich sein.

Verpackungen sind das führende Anwendungssegment für Biokunststoffe mit fast 60 Prozent (1,2 Millionen Tonnen) Anteil am gesamten Biokunststoffmarkt im Jahr 2017. Die Daten zeigen zudem, dass Biokunststoffe bereits in vielen weiteren Bereichen eingesetzt werden, einschließlich Textilien, Gebrauchsgüter, Anwendungen im Automobil- und Verkehrsbereich sowie im Landwirtschafts- und Gartenbereich. Mit Blick auf die regionale Verteilung der Produktionskapazitäten bleibt Asien weiterhin die zentrale Produktionsstelle. Über 50 Prozent aller Biokunststoffe wurden 2017 in Asien produziert. Rund ein Fünftel der Produktionskapazitäten sind in Europa angesiedelt. Dieser Anteil wird bis 2022 voraussichtlich auf ein Viertel steigen. Der Entschluss der Europäischen Kommission zum Wandel hin zu einer Kreislaufwirtschaft setzt wichtige Impulse für das Wachstum und die Entwicklung der Biokunststoffbranche in Europa.

Die Landnutzungsfläche für den Anbau nachwachsender Rohstoffe zur Produktion von Biokunststoffen belief sich im Jahr 2017 auf rund 0,82 Millionen Hektar. Dies entspricht einem Anteil von weniger als 0,02 Prozent der weltweiten Landwirtschaftsfläche, wovon 97 Prozent als Weidefläche sowie für den Anbau von Nahrungs- und Futtermitteln genutzt werden. Trotz des prognostizierten Wachstums der Produktionskapazitäten von Biokunststoffen in den kommenden fünf Jahren werde der Anteil der Landnutzungsfläche bei rund 0,02 Prozent bleiben. Dies verdeutlicht laut Branchenverband, dass zwischen dem Anbau nachwachsender Rohstoffe für Nahrungs- und Futtermittel und für die Herstellung von Biokunststoffen keine Konkurrenz besteht.

Die Marktdaten 2017 wurden in Zusammenarbeit mit dem Nova-Institut erhoben. Die Daten für die weltweiten Produktionskapazitäten von Biokunststoffen basieren auf der Marktstudie ‚Bio-based Building Blocks and Polymers‘ des Nova-Instituts (2018).

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