Mulchfolien

Katja Preydel,

Biologisch abbaubar

Tomaten sind weltweit das am häufigsten angebaute Gemüse in der nahrungsmittelverarbeitenden Industrie. Landwirte in vielen Ländern verwenden Mulchfolien aus Polyethylen, um den Ertrag bei der Tomatenernte zu steigern, indem sie damit das Unkrautwachstum, die Bodentemperatur und den Wasserverbrauch kontrollieren. Die dünnen PE-Mulchfolien müssen nach der Ernte eingesammelt werden. Da es häufig unmöglich ist, die Folien vollständig zu entfernen, bleiben PE-Rückstände in der Erde und sammeln sich dort an, da sie von Mikroorganismen nicht abgebaut werden können.

Die Mulchfolien können nach der Ernte untergepflügt werden. © BASF

BASF bietet mit ecovio M 2351 einen zertifizierten, im Boden biologisch abbaubaren Kunststoff für Mulchfolien an. Dieser besteht aus dem biologisch abbaubaren Copolyester Polybutylenadipat-terephthalat (PBAT) ecoflex sowie anderen biologisch abbaubaren Polymeren, die aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt wurden.

Nach der Ernte können die Mulchfolien untergepflügt werden. Natürlich vorkommende Mikroorganismen im Erdreich erkennen die Struktur der Folie als Nahrung, die sie verstoffwechseln. Darüber hinaus können Mulchfolien aus ecovio zu einem höheren Tomatenertrag zwischen 15 und 50 Prozent, einem geringeren Wasserverbrauch und einer besseren Unkrautkontrolle mit weniger Herbiziden führen, als wenn keine Folien verwendet werden. Landwirte beobachteten auch eine höhere Resistenz der Pflanzen gegen Pilzkrankheiten, eine frühere Erntezeit, eine bessere, homogene Qualität der Ernte und einen höheren Brix-Index, der das Verhältnis von Zucker und Wasser in den Tomaten beschreibt. So kann nachhaltige Landwirtschaft mit einer effizienten Nahrungsmittelproduktion einhergehen, die zu hochwertigen Nahrungsmitteln führt.

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Die Folien müssen nicht mühsam eingesammelt und recycelt werden. Sie verbleiben nach der Ernte im Boden, was Arbeitsaufwand und Kosten spart. Eine Studie der ETH Zürich hat gezeigt, dass Bodenmikroben wie Bakterien und Pilze die Folien aus dem Kunststoff PBAT als Nahrung verwenden können. Die Mikroorganismen nutzen den Kohlenstoff aus dem Polymer sowohl zur Energieerzeugung als auch zur Bildung von Biomasse. Die verbleibenden Endprodukte nach dem biologischen Abbauprozess sind CO2, Wasser und Biomasse. Das bedeutet, dass PBAT biologisch im Erdboden abgebaut wird und nicht – wie PE – dort als Mikroplastik verbleibt. Die biologisch im Boden abbaubaren Mulchfolien tragen also zu einer besseren Wurzelentwicklung, einem guten Pflanzenwachstum und besserer Bodenqualität bei. Ecovio M 2351 ist das erste Material, das gemäß der europäischen Norm DIN EN 17033 als biologisch im Boden abbaubar zertifiziert wurde. Der Einsatz der Mulchfolien ist in vielen Ländern auch für die biologische Landwirtschaft akzeptiert.

Bauern setzen zertifiziert boden-abbaubare Mulchfolien aus ecovio seit mehr als sechs Jahren ein, seitdem das Material im Jahr 2012 auf den Markt gebracht wurde. „Wir unterstützen Landwirte in vielen Ländern bei der Verwendung von biologisch im Boden abbaubaren Mulchfolien aus ecovio“, sagt Dirk Stärke, Marketing Biopolymere für Agraranwendungen  bei BASF. „Um die für das Jahr 2050 erwartete Weltbevölkerung von neun Milliarden Menschen ernähren zu können, muss laut den Vereinten Nationen die globale landwirtschaftliche Produktion um 70 Prozent erhöht werden. Dazu können auch biologisch abbaubare Mulchfolien beitragen, ohne die Böden durch nicht-abbaubare Folienreste zu belasten.“

Vorteile auch für Folienhersteller

Ecovio M 2351 ist ein gebrauchsfertiges Compound für die Extrusion von dünnen Folien. Es kann problemlos auf konventionellen Blasfolienanlagen für PE verarbeitet werden. Aufgrund der mechanischen Eigenschaften in Bezug auf Stärke und Reißfestigkeit können die Folien in Schichtdicken von 12, 10 und 8 µm hergestellt werden. Das Compound enthält bereits Gleit- und Antiblockmittel.

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