Flüssigkautschuk aus Zuckerrohr

Schnellere Vernetzung, bessere Haftung, mehr Nachhaltigkeit

Komplett "Grüne Reifen" sind zwar nicht verfügbar, aber auch Schritte in diese Richtung sind wertvoll. So soll beispielsweise ein bio-basiertes Liquid Farnesene Rubber nicht nur den CO2-Abdruck verringern, sondern darüber hinaus für bessere Reifenperformance und effizientere Herstellungsprozesse sorgen.

Nachhaltig hergestellte Flüssigkautschuk Liquid Farnesene Rubber verleiht Kautschukmischungen gute Elastizität auch bei niedrigen Temperaturen. © Kuraray

Eine dauerhaft bessere Straßenhaftung von Reifen ist für die Sicherheit wichtig. Gleichzeitig erwarten Verbraucher den Ersatz erdölbasierter Materialien, die bei der Reifenproduktion für die notwendige Elastizität sorgen. Kuraray bietet ein Liquid Farnesene Rubber (L-FR) an, das nachhaltig auf Basis von Beta-Farnesen aus nachwachsenden Zuckerrohr hergestellt wird. Die Zugabe verbessert laut Unternehmen die Leistungsfähigkeit und Langlebigkeit. Das neue Material behalte besondere bei niedrigeren Temperaturen seine Elastizität und sorge so für optimale Haftung auf verschneiten oder vereisten Straßen. Reifenhersteller sollen zudem von der schnelleren Vernetzung und niedrigeren Viskosität profitieren - dies führt zu effizienteren Produktionsprozessen.

Das laut Anbieter aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellte Material könne konventionelle Flüssigkautschuke in zahlreichen Anwendungen der Reifenherstellung ersetzen - etwa bei Kautschukmischungen für Profile, Laufflächen sowie Unterpolster. Liquid Farnesene Rubber basiert auf Beta-Farnesen, einem nachwachsenden, aus Zuckerrohr gewonnenen Monomer. Mithilfe etablierter Fermentationsprozesse wandeln eigene Hefestämme Zuckerquellen in Beta-Farnesen um. Aus dem Grundstoff wird per Polymerisation Liquid Farnesene Rubber synthetisiert.

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Mehr Haftung mit Zuckerrohr: Liquid Farnesene Rubber wird auf Basis von Beta-Farnesen aus nachwachsenden Zuckerpflanzen wie Zuckerrohr synthetisiert. © Kuraray

Die spezielle Struktur aus stark verzweigten Molekülketten reduziert Verschlaufungen und bewirkt eine niedrigere Viskosität im Vergleich zu flüssigen Isopren-kautschuken. Damit ermöglicht das Material die Herstellung hochviskoser Kautschukmischungen. Aufgrund des hohen Molekulargewichts covernetzt Liquid Farnesene Rubber beim Vulkanisieren. Das "Ausbluten" der niedermolekularen Bestandteile an die Oberfläche, wie bei herkömmlichen Weichmachern, werde stark reduziert - dies führe zu einer dauerhaft hohen Elastizität und konstanten Eigenschaften über die gesamte Nutzungsdauer.

Mit einer hochreaktiven Doppelbindung am Ende jeder Verzweigung der Molekülstruktur reagieren Kautschukmischungen mit Liquid Farnesene Rubber (L-FR) bei der Vulkanisation schneller. © Kuraray

Darüber hinaus profitieren Reifenhersteller von der schnellen Vernetzung des Materials. Die gute Co-Reaktivität führt zu einer schnellen Vulkanisation. Damit lassen sich Prozesszeiten verkürzen, die eingesetzte Energie reduzieren und höhere Durchlaufzahlen realisieren.

Mit den mechanischen Eigenschaften ermögliche Liquid Farnesene Rubber die Entwicklung von Reifen, die den Treibstoffverbrauch von Fahrzeugen senken, eine geringe Wärmeentwicklung aufweisen und Fahrzeuge auch auf vereisten Flächen sicher zum Stehen bringen. Hergestellt aus nachwachsenden Rohstoffen und gut zu verarbeiten, ermögliche das Material mehr Effizienz und Nachhaltigkeit bei der Reifenproduktion.

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