Recyclingwerkstoffe ohne Gerüche

Verpackung auf PET-Basis schneller und leichter

Bis zu 140 Kastenventilsäcke pro Minute – die rekordverdächtige Produktionsanlage war Thema während der K 2016. Parallel dazu wurde erstmals der Einsatz von beschichtetem Spinnvlies als Material für sehr leichte Kastenventilsäcke zur Verpackung feuchteempfindlicher Güter wie Zement, Granulate, Saatgut, Tierfutter oder Chemikalien gezeigt.

Die Besonderheiten Hochgeschwindigkeits-Konfektionierung konnten K-Besucher mit Hilfe der Augmented Reality-Applikation erleben. (Bilder: Starlinger)

Der Gedanke, den vielseitigen Kunststoff PET als Ausgangsmaterial für die Gewebesackproduktion zu nutzen, stand hinter der von Starlinger entwickelten Technologie für die Produktion von PET-Bändchen. Um die Vorteile dieses Materials auch bei Hochleistungsverpackungen und -gewebe zu nutzen, wurde an der Technologie für den Extrusions- und Webprozess gearbeitet. Am Messestand konnten diese Features sowie weitere Komponenten der Anlage mit Hilfe einer Augmented Reality-Applikation im Detail betrachtet werden.

Die K 2016 erwies sich auch für die Division Viscotec erfolgreich, unter anderem, weil der Abschluss eines Maschinenprojekts bekannt gegeben werden konnte. Eine PET-Sheet-Anlage wurde an das mexikanische Recyclingunternehmen Green Mind verkauft. Die Anlage stellt nach Unternehmensangaben aus bis zu 100 Prozent PET-Recyclingware qualitativ hochwertige PET-Dickfolie her, aus der auch Lebensmittelverpackungen produziert werden können. Als Eingangsmaterial lassen sich PET-Rohware, PCR-Pellets, Flaschenflakes und In-House-Abfälle direkt verarbeiten. Green Mind gehe mit dieser Investition einen Schritt in Richtung vertikale Integration und steige in den Verpackungsmarkt ein.

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Weg mit dem Mief

Lebensmittelverpackungen, Folien, Kraftstofftanks, Waschmittelflaschen oder Behälter für Reiniger – werden solche gebrauchte Kunststoffartikel recycelt, riecht das daraus gewonnene Granulat häufig unangenehm – oft erzeugt von Störstoffen des ehemaligen Inhalts. Das schränkt die Weiterverwendung erheblich ein. Zur K wurde ein Verfahren vorgestellt, das Gerüche während und nach dem Recyclingprozess bedeutend reduzieren soll. Davon überzeugen konnten sich Besucher am sogenannten Geruchstisch: An vier Stationen standen Materialien bereit, die teilweise den Geruchsentfernungsprozess durchlaufen hatten, um den Unterschied zu „erschnüffeln“. Die erste mit der Technologie ausgestattete Anlage werde in Kürze ausgeliefert und in Betrieb genommen.

Starlinger stellte außerdem mit dem Rapid Sleeve-Changer eine neue Filtereinheit vor, die vor allem für die Produktion oder das Recyceln von Polyesterfilament und Biax-Folien interessant sein soll. Der mit einem Nonwoven Filtermedium ausgestattete Filter ermögliche die Feinstfiltrierung der Schmelze bis 15 Mikrometer. Die verschmutzten Filterkerzen können ohne Unterbrechung des Recycling- oder Produktionsprozesses getauscht werden. Der Rapid Sleeve Changer arbeite mit speziellen Sleeves statt der konventionellen Kerzen, was sich positiv auf die laufenden Kosten auswirke. Der Tausch der Sleeves benötige wenige Minuten. Daher sei es möglich, sie auch für Feinstfiltration von 15 Mikrometer Recyclingware einzusetzen und gleichzeitig hohe Maschinenverfügbarkeit zu gewährleisten.

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