Grüne Werkstoffe im Fahrzeugbau

Schiebedachrahmen aus Naturfaser

Im Dachhimmel der neuen Mercedes-Benz E-Klasse verstärkt ein Rahmen aus Naturfasern den Einbauraum des Schiebedachs.

Verstärkungsrahmen und Dachhimmel in der Mercedes-Benz E-Klasse. (Bild: IAC)

In der ab April 2016 verkauften Mercedes-Benz E-Klasse debutiert eine Leichtbaukomponente: Unter dem Namen Fiberframe hat IAC die Technologie entwickelt. Sie ersetzt den üblicherweise aus Metall bestehenden Verstärkungsrahmen des Schiebedachs durch einen nach Unternehmensangaben ökologisch nachhaltigeren Werkstoff. Dabei komme ein Naturfaserhalbzeug als Verstärkung zum Einsatz. Der Werkstoff des Rahmens bestehe zu 70 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen. Die Fasermatte enthält ein duroplastisches Bindemittel und wird im Heißpressverfahren hergestellt.

Der Rahmen biete hohe Biegesteifigkeit und ermögliche bis zu 50 Prozent Gewichtseinsparung verglichen mit herkömmlichen Stahlblechrahmen. Anders als bei thermoplastischen Varianten trete bei diesem Material in Klimatests kein Bauteilverzug auf. Außerdem benötigen die hier eingesetzten Formwerkzeuge erheblich kürzere Bauzeiten als typische Spritzgießwerkzeuge aus Stahl. Die Produktion der Schiebedachrahmen für die E-Klasse startete im November 2015 im IAC-Werk in Prestice, Tschechien.

Die Neukonstruktion soll Gewichtseinsparungen bis 50 Prozent gegenüber Metallrahmen ermöglichen. (Bild: IAC)

Schiebe- und Panoramadächer werden, so der Hersteller, bei allen Fahrzeuggrößen und über alle Segmente hinweg beliebter. Vor dem Hintergrund dieses Markttrends sei ein Leichtbaukonzept entwickelt worden, mit dem sich auch unterschiedliche Befestigungskonzepte am Rohbau beziehungsweise dem Panoramadach oder dem Schiebedachmodul umsetzen lassen. Im Zuge der Innovationsstrategie seien deutliche Gewichtseinsparungen, eine verbesserte CO2-Bilanz für ihre Fahrzeuge und einen effizienten Produktionsprozesse angestrebt worden. Dabei wurden die Fasermatte Ecomat sowie die Werkzeugtechnik und der Fertigungsprozess spezifiziert und schließlich in die Serienfertigung überführt. Mit der Produktion im unternehmenseigenen Werk habe IAC die Strategie der vertikalen Integration und Erweiterung der Fertigungstiefe von Innenraumsystemen verfolgt.

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Neben Dachhimmelsystemen liefert das Unternehmen für die neue E-Klasse Radhausschalen und Radkastenabdeckungen, gefertigt im Werk Celle, sowie Rücksitzbezüge aus dem tschechischen Zakupy.

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