Gummi-Recycling

Abschlag: Gummireststoffe zu Golftees

Produktionsreste aus der Gummiverarbeitung sinnvoll weiter zu nutzen, ist oft schwierig, die Entsorgung jedoch teuer. Eine interessante Recyclinganwendung wurde nun für den Golfsport gefunden.

Langlebiges Rangetee aus EPMT® für Abschlagübungen auf dem Trainingsgelände.

Golftee nennt man den kleinen Stift mit Ablagefläche für den Golfball, der in den Boden gesteckt wird und somit den Abschlag erleichtert. Er besteht typischerweise aus Holz oder Kunststoff – oder neuerdings überwiegend aus recycelten Gummiwerkstoffen. Das Fraunhoferinstitut Umsicht hat zusammen mit dem Spin-off-Unternehmen Ruhr Compounds die Alternative aus 75 Prozent Reststoffen entwickelt. Die elastischen Golftees bestehen aus EPMT, einem Kunststoff auf Basis von Elastomerpulver.

In diesem Fall werden Kühlschrankdichtungen verwertet. Das Material besteht nach Entwicklerangaben zu 75 Prozent aus den pulverisierten Restoffen, der Rest ist Frischware in Form eines schmelzefähigen Thermoplastes.

Für diese und andere Anwendungen sind Härten von gummiartig-weich bis kunststoffartig-hart realisierbar. Außerdem können Parameter wie Optik, Haptik und physikalische und mechanische Eigenschaften über die Rezepturen eingestellt werden. Verarbeiten lassen sich die Werkstoffe im Spritzguss und der Extrusion. Der Kunststoff habe gute Dehnungswerte und weise eine gummiartige Haptik und Griffigkeit auf.

Aktuell entwickelt die Forschergruppe einen „Swingmarkertee“ aus dem gleichen Werkstoff. Der hinterlasse erstmals ohne zusätzliche mechanische Elemente oder separat integrierte Markierungselemente am Schlägerkopf eine Kennzeichnung. Die Kennzeichnung des Schwungs findet an der Unterseite des Schlägers, der Schlägersohle, statt. Die Markierung sei ohne Hilfsmittel einfach und rückstandsfrei wieder entfernbar und helfe dem Spieler bei der Analyse seines Schwungs.

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