Biobasierte Compounds

Annina Schopen,

Hightech trifft Nachhaltigkeit

Welchen Beitrag Akro-Plastic leisten kann, um den CO2-Abdruck in der Kunststoffindustrie zu senken, zeigt der Compoundeur in Düsseldorf. Zu sehen sind ein Lüfterrad von Ziehl-Abegg aus biomassenbilanzierten und langglasfaserverstärktem PP und eine Enduro aus dem Hause KTM, die zeigen, dass Nachhaltigkeit und Leistungsfähigkeit kein Widerspruch mehr sind.

Das Enduro-Motorrad Husqvarna FE 350 Rockstar Edition 2022 aus dem Hause KTM. © KTM

„Um dem menschengemachten Klimawandel entgegenzuwirken und die im Pariser Klimaschutzabkommen vereinbarten Ziele zu erreichen, ist eine deutliche Reduzierung der Treibhausgasemissionen erforderlich. Dabei kann und muss auch die Kunststoffindustrie einen wichtigen Beitrag leisten. Unseren Beitrag stellen wir auf der K 2022 dem Fachpublikum vor“, so Thilo Stier, Global Sales Director & Innovation Manager bei Akro-Plastic. Die Unternehmen der Feddersen-Gruppe haben das Ziel ausgegeben, bis spätestens Ende 2025 an allen deutschen Standorten klimaneutral nach Scope 1 und Scope 2 zu arbeiten. „Zusätzlich haben sich viele Firmen der Feddersen-Gruppe nach ISCC PLUS zertifizieren lassen, die Akro-Plastic zusätzlich nach REDcert².“ ergänzt Thilo Stier.

Zur CO2-Reduzierung bieten sich in der Kunststoffindustrie verschiedene Ansatzpunkte. Neben der Auswahl der Materialien selbst kann auch über die Verarbeitungsverfahren (z. B. Schäumen, 3D-Druck) oder das Bauteildesign Einfluss auf die Nachhaltigkeit von Kunststoffbauteilen genommen werden, sowohl in der Produktions- und der Nutzungsphase als auch am Lebensende der Bauteile.

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Mit der Akromid-Next-Produktlinie bietet der Compoundeur ein Portfolio biobasierter und biomassenbilanzierter Compounds. Vorteil der Next-Materialien gegenüber vielen Rezyklaten ist nach Unternehmensangaben das konstante Eigenschaftsniveau. Darüber hinaus bieten Biokunststoffe wie PA 6.9 oder PA 5.10 eine bessere chemische Beständigkeit und eine geringere Wasseraufnahme gegenüber dem klassischen PA 6 oder PA 6.6.

„Fritten-Fett“-Polypropylen als Basis

Als Highlight zeigt das Unternehmen sein Akrolen Next PP LGF, basierend auf zirkularem „Fritten-Fett“-Polypropylen. Im langglasfaserverstärkten Akrolen Next PP-H LGF 40 2 CI schwarz (8569) wird biomassenbilanziertes PP (auf Basis von Speiseölresten) eingesetzt. In einem gemeinsam realisierten Projekt hat die Firma Ziehl- Abegg ein Lüfterrad basierend auf dieser neuen Baureihe entwickelt. Das verwendete Basispolymer weist noch einen negativen CO2-Fußabdruck aus. Als fertiges Compound Akrolen Next PP-H LGF 40 2 CI schwarz (8569) liegt der Wert bei 0,5 kg CO2 eqv/kg. Zurzeit handelt es sich um einen Prototyp dieser Baureihe. Weitere Tests seien in Arbeit.

Ein weiterer Blickfang auf dem Messestand sei die neue Husqvarna FE 350 Rockstar Edition 2022 aus dem Hause KTM. Hier werden nachhaltige Produktlösungen, wie ein hybrider Bremsscheibenschutz basierend auf einem biobasierten Polyamid, hergestellt mit der Conexus-Fügetechnologie und ein Sitzbankboden mit einem biozirkulärem langglasfaserverstärktem PP präsentiert.

Neben Biokunststoffen gebe es weitere Möglichkeiten, den CO2-Fußabdruck von Kunststoffbauteilen zu reduzieren. Dazu gehören Aliphatisches Polyketon (Akrotek PK) für den Einsatz in hochbelasteten Kühlkreisläufen mit Wasser und Glykol oder die Precite-E-Reihe als günstigere Alternative zu PPA oder PA 6.6.

Halle 6, Stand C52

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