Lanxess und Total Energies

Annina Schopen,

Nachhaltiges Styrol auf Basis von Tallöl

Lanxess und der französische Energiekonzern Total Energies kooperieren bei der Belieferung mit biozirkulärem Styrol. Im Gegensatz zu herkömmlichem Styrol basiert der von Total Energies verwendete Rohstoff auf Tallöl, das aus einem Baumharz gewonnen wird und als Nebenprodukt bei der Zellstoffherstellung anfällt.

Lanxess-Konzernzentrale © Lanxess

Lanxess nutzt das Styrol zur Herstellung nachhaltiger Ionenaustauscher. Diese Produkte werden vor allem bei der Aufbereitung von Abwässern und chemischen Prozessströmen sowie in der Lebensmittelindustrie eingesetzt.

Die nachhaltige Herkunft des Styrols werde nach dem Massenbilanzansatz des ISCC PLUS Standards („International Sustainability and Carbon Certification“) zertifiziert, gab der Konzern bekannt. Bei der Massenbilanzierung werden zertifizierte und nicht zertifizierte Rohstoffe in der Produktion physisch gemischt, aber buchhalterisch getrennt geführt. Diese Methode ermöglicht es Unternehmen, nachhaltige Rohstoffe durch den komplexen Produktionsprozess zu dokumentieren und zu verfolgen und gewährleistet eine lückenlose Rückverfolgung durch die gesamte Lieferkette. Die Zertifizierung des Styrols nach ISCC PLUS ist eine wichtige Voraussetzung, da Lanxess seine Produkte ebenfalls nach diesem Zertifizierungsstandard anbietet und somit auf die gleiche Transparenz bei seinen Rohstoffen angewiesen ist.

Neben Styrol bezieht der Spezialchemiekonzern bereits viele weitere nachhaltige Pendants fossiler Rohstoffe. Für eine andere Art von Ionenaustauschern kommt biozirkuläres Acrylnitril zum Einsatz. Im Konservierungsmittel Preventol sind auf Kundenwunsch verschiedene Fettsäuremischungen auf Basis von Sonnenblumenöl enthalten. Die Präpolymere der Marke Adiprene Green enthalten Polyetherpolyole auf Stärkebasis. Das Zwischenprodukt Trimethylpropan Scopeblue ist in einer Variante verfügbar, die etwa zur Hälfte aus nachhaltigem N-Butylaldehyd besteht. Der Verbundwerkstoff Tepex Scopeblue basiert auf Flachs und Polymilchsäure. Und beim Hochleistungskunststoff Durethan Scopeblue kommen biozirkuläres Cyclohexan und Altglas zum Einsatz.

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Klimaneutral entlang der gesamten Wertschöpfungskette

Im August 2022 hat Lanxess verkündet, seine vor- und nachgelagerten Lieferketten bis 2050 klimaneutral zu machen (Scope 3). Das umfasst indirekt entstehende Emissionen insbesondere bei eingekauften Rohstoffen, aber auch in der Logistik und bei den Endprodukten. Für direkte Emissionen in der Produktion (Scope 1) und bei Energieträgern (Scope 2) hatte Lanxess bereits vor drei Jahren das Ziel ausgegeben, bis 2040 klimaneutral zu sein.

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