LED-Lampen aus Biokunststoff

Ökologisch leuchten

Wie die ökologische Beleuchtung der Zukunft aussehen könnte, ist gerade auf der Ringstraße in Wels zusehen. Die dort verbauten LED-Lichtkörper haben massive Gehäuse aus Biokunststoff, die nach ihrer Nutzungsphase durch Mikroorganismen in Wasser und Kohlendioxid zerlegt werden und damit biologisch abbaubar sind.

Innovation in der Ringstraße in Wels: Signalbeleuchtungen am Boden sind farblich synchron mit der Ampelschaltung. © Insolulight

Viele LED-Systeme eignen sich nicht für einen professionellen dauerhaften Einsatz oder eine Verwendung im Freien. Das ist eine Frage der Qualität. Bei der Nachfrage steht derzeit der Preis im Vordergrund. Folge: in mehr oder minder kurzen Abständen müssen diese Billigprodukte ausgetauscht werden. Mit einer neuen Entwicklung will das 2016 gegründete Unternehmen Insolulight LED-Leuchten nun langlebiger machen. Für die Material- und Elektronikentwicklung setzten die Linzer auf das Know-how oberösterreichischer Forschungs- und Fördereinrichtungen.

Derzeit werden die Gehäuse der LED-Leuchten von Insolulight aus thermoplastischen Kunststoffen gefertigt. Bei der Optimierung der Materialien nahm das Unternehmen unter anderem die wissenschaftliche Unterstützung des Instituts für Polymer Product Engineering (IPPE) der Johannes Kepler Universität Linz (JKU) in Anspruch. Bei der Materialrecherche stieß das Team der JKU auf einen neuen bio-basierten, beständigen Kunststoff mit hervorragenden optischen und mechanischen Eigenschaften sowie hoher Hitzebeständigkeit. Dieser Biokunststoff wird auf Basis nachwachsender Rohstoffe erzeugt und ist biologisch abbaubar: Er wird durch Mikroorganismen wie Pilze und Bakterien in Wasser und Kohlendioxid zerlegt. Versuche ergaben, dass der Biokunststoff für eine Verwendung vor allem für Lichtkörper im öffentlichen Bereich hervorragend geeignet. Die Stabilität schützt auch vor mutwilligen Beschädigungsversuchen.

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Nicht nur für Landebahnen

Aktuell forscht und entwickelt das Unternehmen in Zusammenarbeit mit der FH Oberösterreich Campus Hagenberg an LED-Lichtkörpern für Landebahnen auf Flughäfen, die ohne Verlegung einer Zusatzverrohrung für die Niederspannungsleitung und daher ohne Bau- und Grabungsarbeiten in bestehende Lampenfassungen eingebaut und an den üblichen Netzstrom angeschlossen werden können. Lichtkörper, wie sie Insolulight entwickelt hat, gibt es (nach eigenen Angaben und soweit überschaubar) weltweit nicht. Herkömmliche LED-Leuchten werden aus verschraubten oder verklebten Gehäusen hergestellt. Öffnungen oder Verbindungsstellen bergen jedoch für die Elektronik eine Korrosionsgefahr. Um die Elektronik vor Feuchtigkeit durch Wasser- und Dampfeintritt zu schützen, entwickelte Insolulight vollständig geschlossene Systeme und mehr oder weniger bruchsichere Gehäuse. Die leuchten weisen die höchste erreichbare Schutzklasse IP69 auf, sind also auch für einen dauerhaften Einsatz unter Wasser, ja sogar eine Hochdruckreinigung geeignet. Sie sind langlebig (bis 100.000 Betriebsstunden +/-, das sind bei durchgehendem Einsatz von 11,5 Jahren, bei durchschnittlich 4,5 Betriebsstunden pro Tag 61 Jahre) und können repariert werden. 

Integriert in die Beleuchtungskörper sind standardmäßig Stromwandler, sodass ein trafoloser Anschluss an den Netzstrom möglich ist. Die Lichtfarbe ist individuell wählbar, dimmbare oder RGB-fähige LED-Leuchten sind möglich. Für seine Bauweise hat der Hersteller das weltweite Patent beantragt, in Österreich wurden die Leuchten bereits patentiert. Die Belastbarkeit der Gehäuse wurde in einem Impact-Versuch am Institut für Polymer Product Engineering (IPPE) der Johannes Kepler Universität Linz (JKU) nachgewiesen. Um Überhitzungen und damit eine Verkürzung der Lebensdauer zu vermeiden, wurde bei der Entwicklung auf das Temperaturmanagement größtes Augenmerk gelegt. In den neuen Lichtkörpern sorgen ein neu entwickelter Kühlkörper sowie eine neu entwickelte Vergussmasse für die Wärmeableitung. Insolulight ist derzeit noch auf der Suche nach einem Partner oder Investor.

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