Operieren mit biobasierten Fasern

Biobasierte Fasern für medizinische Anwendungen

Das Projekt „Herstellung von biobasierten Polyester-Urethan-Fasern (PEU-Fasern) für medizinische Anwendungen“ hat zum Ziel, ein biobasiertes, biokompatibles und bioresorbierbares chirurgisches Nahtmaterial für medizinische Anwendungen zu entwickeln. An die Fasern werden Anforderungen gestellt, die mit bisherigen Materialien nicht oder nur zum Teil erreicht werden.

Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines biobasierten, biokompatiblen und bioresorbierbaren chirurgischen Nahtmaterials für unterschiedliche medizinische Anwendungen. (Bild: CC0 Creative Commons / Pixabay)

Die Forderung nach effizienter Ressourcenschonung, sowie dem Wunsch Erdöl-basierte Roh- und Werkstoffe durch regenerative biobasierte Materialien nachhaltig zu ersetzen, liefert vielfältige Herausforderungen an grundlegende und anwendungsorientierte Forschung. Das Projektkonsortium PEU-Fasern vereint nach eigenen Angaben Kompetenzen aus mehreren Unternehmen und einem Forschungsinstitut. Die Entwicklungsarbeiten werden für drei Jahre durch vom Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gefördert.

Das Thema Funktionalität von Fasern gewinnt an Bedeutung. Rüdiger Strubl vom Thüringischen Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung (TITK) erklärt: „Im Projekt entwickeln wir neuartige Fasern aus Biopolymeren, die den Patienten den Vorteil bieten, dass sie für die Menschen besonders verträglich sind und mit der Zeit vom Körper abgebaut werden, ohne dass dabei toxische Nebenprodukte anfallen.“ Die neuen Fasern sollen vor allem für Einsatzgebiete entwickelt werden, wo es heute keine oder nur wenig Auswahl gibt. Außer ihrer Funktionalität müssen die Fasern den hohen Anforderungen für den medizinischen Einsatz gerecht werden.

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Die Partner aus vier Unternehmen und einem Forschungsinstitut verfügen über unterschiedliche Expertisen. Fritzmeier Umwelttechnik ist als assoziierter Partner für Entwicklung und Bereitstellung biobasierter Polyesterrohstoffe verantwortlich, die beim Projektpartner Unaverachemlab für die besonders hochwertigen Anwendungen chemisch modifiziert werden. Die Herstellung der Fasern übernimmt anschließend das Thüringische Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung im modifizierten Schmelzspinnverfahren. Obwohl die neuartigen Fasern biobasiert sind, müssen sie Toxizitätsbewertungen unterzogen werden. Die dazu notwendigen Untersuchungen und Bewertung übernimmt die Fabes Forschungs-GmbH, die hierfür auch neue „Werkzeuge“ entwickeln und einsetzen wird. Das Unternehmen Catgut, Hersteller chirurgischer Nahtmaterialien, wird die Eignung der entwickelten PEU-Fasern als chirurgisches Nahtmaterial für die verschiedenen Einsatzzwecke testen.

Das Projektkonsortium wird während der gesamten Dauer vom Netzwerkmanagement der IBB Netzwerk unterstützt. Angestoßen wurde das Projekt im Rahmen des Kooperationsnetzwerks Bioplastik, das ebenfalls von der IBB gemanagt wird.

Das Kooperationsnetzwerk Bioplastik
Die Partner des Kooperationsnetzwerks wollen technische Projekte zur Entwicklung innovativer, biobasierter, abbaubarer und gleichzeitig preisgünstiger Biopolymere durchführen. Materialien aus Bioplastik – besonders Materialien aus den bisher wenig vermarkteten Polyhydroxyalkanoaten (PHA) – sollen dadurch deutliche Marktanteile an Massenprodukten gewinnen. Darüber hinaus stellen die Partner hohe Nachhaltigkeitskriterien an die Herstellung der Biopolymere und die Materialien selbst.

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