Textil Konferenz 2016

Besser beschichten, nachhaltiger veredeln

Neuer Polymer-Input für Fasern, Fäden und textile Flächen. Ausrüstung, Veredlung, Beschichtung und Polymere Materialien – die Schnittmengen zwischen Textil- und Chemieindustrie sind groß. Entsprechend präsentieren Vertreter beider Branchen auf einer Textilveranstaltung Ende November in Dresden auch neueste Forschungs- und Entwicklungsergebnisse zur chemischen Ertüchtigung von Fasermaterialien. Dabei im Fokus: Nachhaltigkeit und Recyclingfähigkeit.

Nachhaltig schön: Die zumeist auf einem textilen Trägermaterial aufgetragene Kunststoffdeckschicht solcher Kunstlederschuhe soll künftig auch aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen. (Bild: Covestro)

Thomas Michaelis, Leiter Textilbeschichtung für Europa bei Covestro wird über Polyurethane aus nachwachsenden Rohstoffen für die Textilbeschichtung sprechen. „Das Thema Nachhaltigkeit nimmt zunehmend Einfluss auf die Kaufentscheidungen von Konsumenten“, sagt Thomas Michaelis, der in Dresden zeigen will, wie Covestro biobasierte Bausteine für Polyurethan-Rohstoffe identifiziert und diese für die industrielle Beschichtung von Textilien nutzbar macht. Mit der Verwendung von Chemikalien auf Basis nachwachsender Rohstoffe sollen Treibhausgasemissionen reduziert und die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen gemindert werden.

„Dank langem Forschungsvorlauf bieten unsere innovativen Unternehmen heute textile Lösungen mit spezifischen mechanischen und Schutzeigenschaften sowie ‚intelligentem‘ Zusatznutzen an“, sagt Professor Chokri Cherif, Direktor des mitausrichtenden Instituts für Textilmaschinen und Textile Hochleistungswerkstofftechnik (ITM) der TU Dresden. Ziel der Konferenz sei es, Wettbewerbsvorteile durch einen intensiven Austausch von Erfahrungen, Ideen und Informationen zwischen Unternehmen, Forschungsinstituten und Hochschulen zu stärken.

Anzeige

Natürliche Ausrüstungsmaterialien
Forschungsergebnisse zum Ausrüsten von Naturfasern mittels natürlicher Substanzen wird Thomas Grethe, Forscher am Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik der Hochschule Niederrhein, präsentieren. Den Projekthintergrund bilden die in Auto, Flugzeug und der Baubranche eingesetzten glas- und carbonfaserverstärkten Verbundbauteile. Die sollen künftig verstärkt auch aus nachwachsendem Material hergestellt werden, um Faserverbundbauteile CO2-neutral recyceln zu können, denn Glas- und Carbonfasern werden im Anschluss an ihr Werkstoff-Dasein zumeist verbrannt. Weil cellulosische Fasern anfälliger für Pilz- und Bakterienbefall sind, müssen sie antimikrobiell ausgerüstet werden. „Um vollständig naturbasierte Verbundwerkstoffe zu erhalten, müssen die Ausrüstungsmittel ebenfalls natürlich sein“, erklärt Grethe, der vor allem Terpenoide, Phenylpropanoide und Gallussäure auf ihre Tauglichkeit zur Ausrüstung cellulosischer Textilien untersucht. „Unsere Ergebnisse sind vielversprechend“, so Grethe.

Neben Textilchemikern und -veredlern werden rund 80 Referenten von Unternehmen – darunter BASF, Evonik Resource Efficiency, Beitlich, Schill und Seilacher – und Hochschulen auch aus den Bereichen Automotive, Luft- und Raumfahrt aktuelle Material- und Technologie-Erkenntnisse sowie neue Anwendungsmöglichkeiten in Sachen Faserverbund-Leichtbau, Schutz- und Funktionstextilien vermitteln. Die europaweit als eine der wichtigsten Branchenplattformen geltende Veranstaltung findet jährlich alternierend an den Textilforschungsstandorten Aachen, Dresden und Denkendorf (Baden-Württemberg) statt. In diesem Jahr stärken Referenten aus den Partnerländern Österreich und Schweiz den internationalen Anspruch des Branchengipfels.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige

Newsletter bestellen

Immer auf dem Laufenden mit dem Kunststoff Magazin Newsletter

Aktuelle Unternehmensnachrichten, Produktnews und Innovationen kostenfrei in Ihrer Mailbox.

AGB und Datenschutz gelesen und bestätigt.
Zur Startseite