Vestamid Terra

Biobasiertes Polyamid auf dem Hockenheimring

Langsam aber sicher erschließen "grüne Werkstoffe" auch Hochleistungsanwendungen. Im Rennsport erprobt wird ein Polyamid, auch für Anwendungen unter der Haube.

Im Sommer dieses Jahres absolvierte der Lotus Exige von RED Motorsport sein drittes Rennen der Touring Car Championships (TCC) des Deutschen Motorsport Verbandes (DMV) auf dem Hockenheimring. Der Rennwagen, mit dem Evonik neue Anwendungen testet, war erstmals mit einer mehrschichtigen Leitung zur Ladeluftkühlung ausgestattet. Der grüne Teil dieser Leitung weist eine Außenschicht aus biobasiertem Polyamid Vestamid Terra auf. Damit testete Evonik Industries das Mehrschichtrohr mit dem bio-basierten Kunststoff erstmalig auf der Rennstrecke.

Kühlmittelleitungssysteme aus Mehrschichtrohren mit dem erdölbasiertem Gegenstück, die als leichtgewichtiger Ersatz für Gummischläuche und armierte Leitungen dienen, wurden bereits 2007 unter den Bedingungen des Rennsports erprobt. Seither habe sich das Mehrschichtrohr (MSR) 8000 serienmäßig weltweit in Fahrzeugen bewährt. Im Rennwagen dieser Saison ist es in der Ausführung MSR 8000.3 mit orangefarbener Außenschicht zu finden. Dieses System sei rund 870 Gramm leichter als Kühlwasserleitungssysteme mit Stahlflexrohren - eine Gewichtsersparnis von mehr als 70 Prozent.

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Kühlmittelleitungen der 8000er-Serie arbeiten mit drei Schichten: Die innere Schicht besteht aus einem auf diese Anwendung abgestimmten Polypropylen. In der Mitte befindet sich eine Haftvermittlerschicht zur Außenschicht aus hochwertigem Spezialpolyamid oder eben der biobasierten Variante.

Diese bio-basierten Polyamide setzt Evonik nach eigenen Angaben auch in anderen Anwendungen erfolgreich ein. Als Mono-Rohr sind sie seit 2010 im Serieneinsatz, zum Beispiel in Druckluftbremsleitungen von Nutzfahrzeugen, bei Aufliegern und Anhängern sowie für pneumatische Leitungen. Neu ist dagegen die Verwendung des bio-basierten Werkstoffs im Mehrschichtrohr für Kühlmittelleitungen.

Evonik bietet unter der Bezeichnung Vestamid Terra verschiedene bio-basierte Polyamide (PA610, PA1010 und PA1012) an, die ein breites Anwendungsspektrum abdecken und beispielsweise in Hydraulikleitungen eingesetzt werden. Bei Straßenfahrzeugen sind diese Leitungen mit Steckkupplungen aus erdölbasiertem, glasfaserverstärktem Polyamid 12 oder aus biobasierte Kunststoff verbunden. Bei Rennfahrzeugen besteht die Anbindungstechnik aus Metallsteckkupplungen.

Seit mehreren Jahren werden Komponenten für den Lotus Exige angefertigt, um sie unter den Belastungen des Rennsports zu testen. Die daraus gewonnen Erkenntnisse fließen in die Serienproduktion ein - nicht nur in der Automobilindustrie.

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