Formenentlüftung

Luft raus – Schmelze schonend rein

Vakuumtechnik für Qualität im Spritzguss
Der Anlagenhersteller gibt individuelle Empfehlungen zur Abdichtung von Form und Auswerferkasten und Anschlusstechniken.
Spritzgießteile mit höherer Qualität bei möglichst geringem Formenverschleiß zu produzieren – dabei kann eine gezielte Formentlüftung mit Vakuumunterstützung helfen.

Die Technologie besteht in einer durch Absauganlagen unterstützten Zwangsentlüftung der Formen bis zum Ende des Füllvorgangs. Abgeschaltet wird das System durch Ventile, die über einen Sensor in Millisekunden geschlossen werden. Das vermeidet die sonst üblichen Gas- und Lufteinschlüsse im Teil weitgehend. Installiert werden kann diese vom Schweizer Unternehmen Fondarex entwickelte Technik als Einzelgerät an einer Maschine oder als Zentralanlage für den gesamten Maschinenpark.


Erreicht werden sollen je nach Rahmenbedingungen

– weniger Spritzdruck und thermische Belastung der Schmelze

– weniger Aufwand für die Formeneinigung

– weniger Formenverschleiß

– Vermeiden von Lufteinschlüssen

– weniger Luftschlieren und Dieseleffekt

– höhere Bindenaht-Festigkeit

– Vermeiden von Material-Verbrennungen

– bessere Oberfläche

– Vermeiden von Einfallstellen

– besseres Ausspritzen von Dünnwand-Teilen

– höhere Haftfähigkeit beim Mehrkomponenten-Spritzen

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Je nach Werkzeug und Teilegeometrie, auch das Spritzgewicht hat entscheidenden Einfluss, wird über die Trennebene der Kavitätenbereich entlüftet, oder es kommen Ventile zum Einsatz. Außerdem kann der Auswerferkasten entlüftet werden.

Die Geräte der Vacuplast-Serie enthalten verschieden ausgelegte Speicher in Form eines Tanks mit 20 bis 170 Litern Volumen. Zentralanlagen nutzen Tanks bis 1000 Liter. Üblich ist der Einsatz von Drehschieber-Pumpen, in der Reinraum-Technik wird die Luft von einem Venturi-System abgesaugt.

Erforderlich ist ein Druckluftanschluss von etwa 6 bar. Ein Messgerät misst das Vakuum während der Formentlüftung und zeigt den erreichten Wert am Ende der aktiven Vakuumzeit an. Im günstigsten Fall werden Werte bis 50 Millibar erreicht.

Bei einfachem Werkzeugaufbau wird in der Trennebene eine Silikon-Dichtschnur eingesetzt. Beim Abdichten des Auswerferkastens verfährt man nach Zeichnung. Bei Schieberwerkzeugen wird auf die Abdichtung verzichtet, hier sind Vakuum-Anlagen mit größerem Tankvolumen eingesetzt.
Werkzeugentlüftung mit Ventiltechnik (stoßend oder ziehend, je nach Wandstärken-Dicken-Verhältnis) ist die effizienteste Absaugmethode, da die Luft direkt aus der Kavität abgesaugt wird. Der Antrieb geschieht elektromagnetisch oder über einen pneumatischen Kolben. Ventile bieten sich bei großvolumigen Spritzgewichten an, sie werden horizontal zur Trennebene eingebaut.

Alles im Plus – außer dem Einspritzdruck

Der Systemhersteller ist zunehmend in Deutschland aktiv, nicht nur mit einer Vertretung im hessischen Frankenberg. So dokumentierte das Kunststoff-Institut Lüdenscheid eine Verbesserung der Rauigkeit der Spritzlinge von 26 Prozent und damit eine erheblich verbesserte Qualität. Tests bei Barlog-Plastics in Engelskirchen mit dem Material Grivory HTV-5H1 schwarz haben eine Zunahme der Zugfestigkeit um 20 Prozent ergeben, bei den Bruchdehnungen ergab sich ein Plus von 10 Prozent und beim Elastizitätsmodul um 15 Prozent. Dabei sank der der Einspritzdruck um 15 Prozent. Eine deutliche Verringerung von Ablagerungen war ein weiteres positives Ergebnis.

Fakuma, Halle A5, Stand 5125

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