In-line Folienbeschichtung

Folien in-line beschichten

Oberflächenveredelung als Stufe im Verarbeitungsprozess
Anti-Beschlag-Beschichtungen wie am Deckel dieser Verpackung lassen sich auch kostengünstiger auf die Folie bringen.
In einem Arbeitsgang und integriert in den Verarbeitungsprozess lassen sich Folien in einem neuen Prozess beidseitig beschichten. Material-, Energie- und Lagerkosten sollen damit deutlich sinken.

Wie bei vielen anderen Werkstoffen steigen auch die Anforderungen an Folien: Sie sollen nicht beschlagen, sich nicht elektrisch aufladen und im Verarbeitungsprozess nicht zusammenkleben. Mit verschiedenen, oft aufwendigen Verfahren entstehen aus einfachen Folien mit aufwendigen Oberflächenbehandlungen Hightech-Produkte mit vielfältigen Eigenschaften. Üblicherweise werden die Wirkstoffe als Batch dem Foliengranulat beigemischt, also in die Folie hineingearbeitet und anschließend als Funktionsschicht extrudiert. In diesem Verfahren müssen die Wirkstoffe – zum Beispiel Antistatik – zuerst an die Oberfläche emigrieren, bevor sie ihre Wirkung entfalten. Das braucht Zeit und verursacht Material- und Lagerkosten. Soll die Folie auf beiden Seiten unterschiedliche Eigenschaften aufweisen, muss der Prozess zweimal durchlaufen werden.

Eine einfachere, schnellere und deutlich günstigere Möglichkeit, Folien gleichzeitig auf beiden Seiten zu beschichten bietet laut Weko Biel ein neuer In-line-Prozess. In der Produktionslinie der Folie, werden Wirkstoffe in Feinstmengen tröpfchenförmig auf die Folie aufgetragen. Dies geschieht kontaktlos und gleichmäßig. Die Tröpfchen werden wenn nötig mit einem Glättwerk zu einem geschlossenen Film verstrichen und mit Heißluft getrocknet. So gelangen die Wirkstoffe direkt auf die Oberfläche der Folie, die sofort weiterverarbeitet werden kann. Die Qualität der Folie – besonders die Wirkungsdauer der neuen Eigenschaften – ist stabil und haltbar. Material- und Lagerkosten sinken drastisch.

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Exakt, gleichmäßig und sparsam

Das Auftragssystem wird in den verschiedenen Anwendungen eingesetzt. Aufgrund des modularen Aufbaus und dem großen Dynamikbereich kann es unterschiedlichen Anforderungen angepasst werden. Ein typisches Beispiel liefert das Problem des Beschlagens von Folien: Tiefziehbehälter für Lebensmittel bleiben mit der richtigen Beschichtung transparent und sehen appetitlich aus. Auch minimale Auftragsmengen können gleichmäßig aufgetragen werden. Die Flüssigkeit wird in das Zentrum schnell drehender Rotorentellern dosiert und mit Hilfe der Fliehkraft zerstäubt. Eine elektronische Steuerung sorgt dafür, dass die stufenlos einstellbare Sprühmenge auch konstant bleibt, wenn sich die Bahngeschwindigkeit verändert. Über 20 Prozent der Flüssigkeit werden von Sprühfächern durch Blenden im Rotorenträger auf die Warenbahn gesprüht, der Rest fließt verlustfrei in den Tank zurück. Dabei garantiert ein klar definierter Abstand zwischen Sprühsystem und Warenbahn den gleichmäßigen Auftrag – ohne Tropfen oder Streifen. Außerdem sind die notwendigen Auftragsmengen mit 0,1 bis 5 Milliliter pro Quadratmeter so gering, dass der Additivverbrauch entscheidend gesenkt werden kann. Ein schöner Nebeneffekt ist die positive Energiebilanz des Verfahrens.

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