Kunststoff-Forum

Hochschule und Industrie Hand in Hand

Rund 150 Fachleute aus Industrie und Hochschule – so viel wie noch nie – folgten am 3. September 2009 der Einladung des Instituts für Werkstofftechnik und Kunststoffverarbeitung IWK der HSR Hochschule für Technik Rapperswil zum vierten Rapperswiler Kunststoff-Forum. Mit dieser alljährlichen Veranstaltung fördert das IWK die Zusammenarbeit zwischen Praxis und anwendungsorientierter Forschung und Entwicklung.

Institutsleiter Prof. Dr. Frank Ehrig berichtete über die Entwicklung der Fachkompetenz Schadensanalyse am IWK, die Mitwirkung in der neuen Innovationszelle Kunststofftechnik für Wissens- und Technologietransfer WTT CHost und die damit verbundene Kooperation mit dem Bereich Polymerics des NTB Buchs und dem Institute of Materials and Process Engineering IMPE der ZHAW, Winterthur sowie über die Erweiterung der F&E-Tätigkeiten des IWK im Bereich Materialentwicklung. Aktuelle Projekte im Bereich Spritzgiessen von Prof. Ehrig gelten unter anderem dem Folienhinterspritzen und dem Kleben von Demand, also der Integration von Klebstoffschichten in das Kunststoffbauteil mit späterer thermischer Aktivierung durch ein elektrisches Feld, sowie der dynamischen Werkzeugtemperierung. Die Entwicklung schlagzäher Composites als gemeinsames Projekt mit dem Unternehmen Ems-Griltech stellte Prof. Dr. Markus Henne, Stellvertretender Institutsleiter, vor. Hier geht es um Carbonbauteile besonders für Anwendungen in der Luftfahrt. Mittels Integration thermoplastischer Garne in die Faserpreforms, die sich nach der Injektion des Harzes in die Matrix auflösen, kann die Schlagzähigkeit um 10 bis 25 Prozent verbessert werden. Neue Beiträge des IWK zur Berechnung von Wärmespannungen und zur Auslegung von Kunststoffbauteilen wie Laufmantelrollen und Schnappverbindungen präsentierte Institutspartner Prof. Johannes Kunz. In die aktuelle Thematik Schadensanalyse führte Prof. Dr. Samuel Affolter vom NTB Buchs als Partner des IWK ein und erläuterte anhand von Fallbeispielen die Methodik und die Möglichkeiten chemisch-physikalischer und mikroskopischer Untersuchungsmethoden und Nachstellungstest. Deren Ergebnisse dienen oft als Basis für die Weiterentwicklung von Material und Prozessen. Darüber hinaus beschäftigte sich die Tagung beispielsweise mit der Innovationsförderung. Dr. Johannes Ripperger informierte über den aktuellen Stand der Stabilisierungsmassnahmen 2009 im Bereich Forschung und Innovation, wie sie von der Förderagentur für Innovation KTI im Bundesamt für Bildung Technologie BBT im April 2009 zur Krisenbekämpfung ergriffen wurden. Von dieser flexiblen Förderung profitieren rund 170 F&E-Projekte mit Beteiligung von KMU und Hochschulinstituten; das IWK ist an einigen dieser Projekte massgeblich beteiligt.

Fakuma Halle A3, Stand 3109

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